Schätze aus dem Esslinger Untergrund

Zwei verschieden große Glasbecher, die aus Bruchstücken zusammengesetzt sind. Sie sind mit kämpfenden Reitern und Bordüren bemalt.
Foto: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart

In einer Baugrube in der Esslinger Innenstadt kamen sie nach Jahrhunderten zum Vorschein: Bunt bemalte Glasscherben, die zu zwei Trinkgläsern zusammengesetzt werden konnten. Diese Gläser sind nun bis Sonntag, 1. Februar 2026 im Stadtmuseum im Gelben Haus als Objekt des Monats ausgestellt.

Wegen geplanter Bauarbeiten gab es 2024 eine archäologische Ausgrabung in der Adlerstraße. Dabei wurde eine gemauerte Latrine mit Brandschutt und Fundstücken aus dem 13. bis 14. Jahrhundert freigelegt. Darunter waren auch gut erhaltene Fragmente mehrerer farbloser Gläser, unter denen emailbemalte Scherben besonders hervortraten. Fachleute vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart konnten aus ihnen zwei fast vollständige Trinkgläser zusammensetzen. Auf beiden Gläsern sind kämpfende Reiter dargestellt. Die Stücke wurden vermutlich in Murano/Venedig im späteren 13. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts produziert.

Die beiden Gläser lieferten interessante Einblicke in die Motivvielfalt und -ursprünge der emaillierten Gläser, erklärt Experte Dr. Jonathan Scheschkewitz vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. Gleichzeitig seien sie Zeugnis der Trinkkultur einer wohlhabenden Esslinger Bürgerschaft, die ihren Wohnsitz im 13./14. Jahrhundert in dem Areal der heutigen Adlerstraße hatte.

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(Erstellt am 16. Januar 2026)