Mehr Schatten für den Bahnhofplatz
Bis zum Stadtjubiläum 2027 sollen neun zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Zusammen mit schattigen Sitzmöglichkeiten sollen diese den Bahnhofplatz aufwerten und an das Klima der Zukunft anpassen.

Tausende Pendlerinnen und Pendler auf dem Weg zum Zug, jede Menge Fahrgäste des Busverkehrs sowie Besucherinnen und Besucher in Richtung Innenstadt: Der Bahnhofplatz ist der wohl meistfrequentierte Platz in Esslingen. Doch so viele Menschen ihn tagtäglich überqueren, so wenige verweilen dort für längere Zeit.
Das soll sich nun ändern: Der Esslinger Gemeinderat hat vergangene Woche beschlossen, dass der Bahnhofplatz aufgewertet und vor allem stärker begrünt werden soll. „Ziel ist es, aus dem stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt Schritt für Schritt einen Ort mit mehr Aufenthaltsqualität zu machen“, sagt Bürgermeister Hans-Georg Sigel. „So wollen wir diesen zentralen Eingang unserer Stadt spürbar aufwerten, klimaresilienter gestalten und einladender machen.“
Belasteter Untergrund
Bereits seit Längerem wird über den Bahnhofsplatz und seine Gestaltung diskutiert. „Oft wurden wir gefragt, warum es dort so wenig Grün und an heißen Tagen kaum Schatten gibt, und warum der Platz eher wie ein Durchgangsort wirkt“, berichtet Axel Fricke, Leiter des Stadtplanungsamts. Doch die Wünsche nach mehr Pflanzen und mehr Aufenthaltsqualität sind alles andere als einfach umzusetzen.
Denn was vielen nicht bewusst ist: Direkt unter dem heutigen Bahnhofplatz befand sich im 19. Jahrhundert das Esslinger Gaswerk. Noch heute liegen unter der Oberfläche belastete Bodenschichten und umweltgefährdende Altlasten. „Daher erscheint der Platz auf den ersten Blick relativ versiegelt“, erklärt Axel Fricke. „Denn das Regenwasser soll möglichst nicht in tiefere Bodenschichten eindringen, damit die dortigen Schadstoffe nicht ins Grundwasser gelangen.“ Das ist auch der Grund, weshalb sich dort nicht so einfach Bäume pflanzen lassen wie beispielsweise aktuell auf dem Marktplatz.
Neun zusätzliche Bäume
Im ersten Schritt soll nun der Bereich zwischen der Ampel zum ZOB und dem Einkaufszentrum „ES“ angegangen werden. Dort steht bereits heute ein Baum, der künftig um drei große grüne Inseln ergänzt wird. Insgesamt sollen in diesem Bereich neun zusätzliche Bäume gepflanzt werden, die künftig Schatten spenden. Zudem sind rings um die Baumbeete neue Sitzmöglichkeiten geplant, wie man sie von den Baumbeeten auf dem Marktplatz oder in der Ritterstraße kennt.
Aufgrund des belasteten Bodens werden die Bäume nicht direkt in den Untergrund gepflanzt, sondern in speziell abgedichtete Pflanzbereiche gesetzt. So kann das überschüssige Wasser kontrolliert gesammelt und abgeführt werden, ohne dass es die belasteten Bodenschichten erreicht.
„Mit dieser Lösung erzielen wir gleich mehrere Effekte“, fasst Hans-Georg Sigel zusammen. „Wir passen den Bahnhofplatz an das heißere Klima der Zukunft an, verbessern die Aufenthaltsqualität und schützen gleichzeitig die Umwelt und das Grundwasser. Ich bin mir sicher, dass die neuen Bäume und schattigen Sitzmöglichkeiten künftig an heißen Sommertagen eine gute Gelegenheit zur Abkühlung bieten.“
Umsetzung bis zum Jubiläumsjahr
Nach dem erfolgten Beschluss des Gemeinderats werden in den kommenden Monaten die weitere Ausführungsplanung bearbeitet und die Baumaßnahme ausgeschrieben. Bis zum Stadtjubiläum im Jahr 2027 sollen die neuen Bäume gepflanzt und die Sitzbänke fertiggestellt werden. Perspektivisch soll der Bahnhofplatz mit einem zweiten und dritten Bauabschnitt, abhängig von den notwendigen Haushaltsmitteln, weiter aufgewertet werden.
Die mittel- bis längerfristige Planung sieht vor, am Eck des Platzes in Richtung Berliner Straße und vor dem QBUS ebenfalls neue Bäume zu pflanzen und Sitzgelegenheiten zu schaffen. „So wollen wir den Bahnhofplatz Schritt für Schritt grüner, attraktiver und lebenswerter gestalten“, kündigt Hans-Georg Sigel an. „Schließlich ist er für viele Menschen der erste Eindruck von Esslingen.“
Büro des Oberbürgermeisters
