Fit für die Feuerwehr

Selbstversuch: Wie fühlt sich als Nicht-Feuerwehrmann die Teilnahme beim jährlichen Atemschutzbelastungstest an? Marcel Meier aus dem Büro des Oberbürgermeisters hat es getestet.

Marcel Meier 3x in Aktion

Ob das wirklich so eine gute Idee war? „Heute Morgen hatte ich kurz meine Zweifel, aber jetzt bin ich topmotiviert“, sagt Marcel Meier und lacht. Draußen ist es eisig kalt, es ist kurz nach 7 Uhr. Bei der Feuerwehr Esslingen herrscht bereits reges Treiben: Heute steht für die hauptamtlichen Feuerwehrleute der jährliche Atemschutzbelastungstest an. Der Leiter der Abteilung Kommunikation aus dem Büro des Oberbürgermeisters schließt sich der Truppe heute an: „Ich wollte einfach mal wissen, wie sich so ein Belastungstest in voller Montur anfühlt und ein Gefühl dafür bekommen, was die Kollegen bei ihren Einsätzen leisten müssen.“

25 Kilo zusätzliches Gewicht

Die volle Montur bedeutet: Einsatzkleidung, Helm, Atemschutzmaske und das Atemschutzgerät den sogenannten Pressluftatmer auf dem Rücken. „Da kommen rund 20 bis 25 Kilo zusammen“, rechnet Andreas Gundl vor, der bei der Feuerwehr Esslingen die Stabsstelle Besondere Gefahrenabwehr leitet. Der sportliche Teil: Die Prüflinge müssen im Fitnessraum an drei Stationen ihre Tauglichkeit beweisen. Dazu gehören 30 Meter an der Endlosleiter, 200 Meter auf dem Laufband – allerdings bergauf – sowie zwei Minuten Radfahren bei einem Widerstand von 120 Watt. „Ab einem Alter von 50 Jahren muss man ein bisschen weniger ran“, sagt Andreas Gundl und grinst. Der 31-jährige Marcel Meier dürfe ohnehin jederzeit abbrechen oder kürzertreten, falls es gesundheitliche Probleme geben sollte. Außerdem darf er das Atemschutzgerät nicht an den Pressluftatmer anschließen, nur aufsetzen.

Test ist jährlich Pflicht

Der Atemschutzbelastungstest ist Teil eines Ausbildungstags, ein medizinisches Notfalltraining für Reanimation und Intubation inklusive Theorieteil. Zudem wird ein Einsatz mit Gabelstapler und Teleskoplader geübt. Alle 60 hauptamtlichen Feuerwehrleute müssen den Test einmal im Jahr absolvieren – und bestehen. „Die Ergebnisse werden fein säuberlich festgehalten“, erklärt Andreas Gundl. Wer mal einen schlechten Tag hat, darf die Belastungsübung wiederholen, allerdings nur einmal.
Denn im Ernstfall muss man fit sein: „Wenn wir zu einem Einsatz fahren, muss es vor Ort schnell gehen: Da muss man in voller Ausrüstung die 30 Meter Drehleiter hinaufklettern – und dann geht es ja erst los“, erklärt Andreas Gundl. Man wisse nie, was einen erwartet, wie intensiv der Einsatz wird oder ob Menschenleben in Gefahr sind. Je nach Lage haben die Feuerwehrleute zusätzlich noch Schlauch, Axt und Feuerlöscher dabei – so können noch einmal bis zu 40 Kilo dazukommen. Die Esslinger Feuerwehr wurde im vergangenen Jahr zu 970 Einsätzen gerufen – ein Rekordjahr, obwohl es kein Unwetter gegeben habe.

Respekt vor der Endlosleiter

Mittlerweile ist Marcel Meier im Fitnessraum angekommen. Er beobachtet zwei Männer, die kurz davor sind, ihre Belastungsübung zu beenden. Dann haben sie es geschafft: Sie nehmen die Helme ab, setzen sich hin und verschnaufen mit hochroten Köpfen. Wie geht es Marcel Meier derweil? „Ganz okay, am meisten Respekt hab’ ich vor der Endlosleiter“, sagt er – und ist hinter der Atemschutzmaske kaum zu verstehen. „Das schaffst du, das ist viel Kopfsache“, motiviert Andreas Gundl.
Dann geht es los: Marcel Meier startet auf dem Laufband. Es geht leicht bergauf, seine Schritte sind schnell und gleichmäßig, sein Atem wird schneller. Nach zwei Minuten hat er es geschafft. Andreas Gundl klopft ihm auf die Schulter. Weiter geht’s zur Endlosleiter. „Schau, dass du relativ weit oben greifst beim Steigen“, lautet die Instruktion des Prüfers. „Wenn du abbrechen musst, bleib einfach stehen, die Leiter schaltet dann automatisch ab.“ Doch sein Ehrgeiz ist geweckt: Marcel Meier steigt Sprosse um Sprosse hinauf. Zunächst recht zügig, bei knapp der Hälfte – also rund 15 Metern – wird es etwas langsamer. „Die Kraft in den Füßen lässt irgendwann nach“, weiß Andreas Gundl. Doch Marcel Meier zieht durch und meistert die Leiter mit Bravour. Nach einer kurzen Pause setzt er sich aufs Rad und tritt gleichmäßig in die Pedale. Die dritte und letzte Übung fällt ihm am leichtesten – auch hier besteht er problemlos.

Sein Fazit

Sein Fazit? „Gerne wieder! Krass war, dass man innerhalb von wenigen Minuten von null auf Vollgas gehen muss“, sagt er und nimmt Helm und Atemschutzmaske ab. Die drei Übungen seien auf jeden Fall machbar, aber: „Sie sind sicherlich kein Vergleich zu einem Einsatz unter realen Bedingungen.“ Das kann Andreas Gundl bestätigen: „Du hast dich quasi gerade warm gemacht.“

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(Erstellt am 18. Februar 2026)