Fachrat für Migration und Integration will Brücken bauen

Das neue Projekt des FMI startet nach den Sommerferien, dafür sind Gespräche mit Esslinger Organisationen geplant.

Welche Themen beschäftigen Menschen mit Einwanderungsgeschichte? Was sind die Herausforderungen in Esslingen bei der Integration? Wie gelingt politische Teilhabe für Migrantinnen und Migranten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Fachrat für Migration und Integration (FMI).

Zur Landtagswahl am 8. März hatte der FMI ein Weltcafé organisiert, bei dem die Teilnehmenden mit Kandidatinnen und Kandidaten von sechs Parteien ins Gespräch kamen. „Wir wollten wissen: Wo sind die migrantischen Stimmen und welche Themen bewegen die Menschen?“, berichtet Evalyne Sohn, Sprecherin des FMI. „Gleichzeitig sollte das Weltcafé dazu ermutigen, sich an der Landtagswahl zu beteiligen.“

Aus diesen Gesprächen entstanden im Nachgang Handlungsempfehlungen zum Thema Integration, die der neuen Landesregierung übergeben wurden. Zudem hat das große Interesse am Austausch mit der Politik den Fachrat für Migration und Integration motiviert, noch stärker mit Esslinger Organisationen und Einrichtungen ins Gespräch zu kommen.
Zuhören und Verbindungen schaffen

Genau hier setzt das neue Projekt „FMI als Brückenbauer“ an. Der Fachrat will künftig gezielt migrantische Organisationen, Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie Vereine in Esslingen aufsuchen. Dabei soll es unter anderem um solche Fragen gehen: Welche Themen sind in der Integration wichtig? Wo liegen Schwierigkeiten und Herausforderungen? Welche Unterstützung wünschen sich die Organisationen und Einrichtungen? „Das Wichtigste ist, dass wir erst einmal zuhören“, betont Barbara von Lauenstein vom FMI. „Dann schauen wir, welche Verbindungen wir herstellen und wo wir Brücken bauen können.“

Die Gespräche sollen zum Ende der Sommerferien beginnen. Über die gesammelten Erkenntnisse wollen die FMI-Mitglieder sich mit den Esslinger Bürgerausschüssen, den Fraktionen des Gemeinderats und der Stadtverwaltung austauschen. „Mit dem neuen Projekt will der FMI noch näher an die Stadtgesellschaft heranrücken“ erklärt Liridona Gimolli vom Fachrat. „Vor allem aber wollen wir die Anliegen der Organisationen aufnehmen und diese in Politik und Stadtverwaltung tragen“, ergänzt ihr FMI-Kollege Gernot Sauer.

Fachrat engagiert sich seit 2006

Der FMI vertritt die Interessen der Esslingerinnen und Esslinger mit Flucht- und Migrationshintergrund gegenüber Institutionen. Er setzt sich unter anderem für Chancengleichheit und gleichberechtigte Teilhabe, bessere Zugänge zu sozialen Dienstleistungen sowie die Verbesserung der Gesundheits-, Arbeits- und Wohnsituation Zugewanderter ein. Auch die Förderung von Migrantenvereinen und Migrantenselbstorganisationen gehört zu seinen Aufgaben.

Seit 2006 besteht der Fachrat in seiner heutigen Form. Zehn gewählte sachkundige Mitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsgruppen des Integrationsnetzwerks arbeiten darin zusammen. Mindestens 40 Prozent der gewählten Sachkundigen haben einen Migrationshintergrund. Drei Mitglieder sind zudem im Entscheidungsgremium des Integrationsfonds vertreten und bewerten dort Förderanträge mit. 

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(Erstellt am 16. September 2026)