Einnahmen aus Gewerbesteuer sinken weiter
Weiter sinkende Einnahmen bei der Gewerbesteuer im Jahr 2026 und mögliche, zusätzliche Rückzahlungen für 2025: Die finanzielle Lage der Stadt Esslingen gestaltet sich nach einer Mitteilung des Finanzamts vom 7. Januar 2026 nochmals deutlich schwieriger.
Demnach reduzieren die in Esslingen ansässigen Unternehmen aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation ihre Vorauszahlungen der Gewerbesteuer für das Jahr 2026 um 24 Millionen Euro. Somit plant die Stadt Esslingen im Jahr 2026 nun lediglich mit Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 58 Millionen Euro.
„Damit geraten wir in Esslingen genauso wie viele andere Kommunen aktuell von zwei Seiten unter Druck“, sagt Oberbürgermeister Matthias Klopfer. „Einerseits stellen Bund und Land immer neue Aufgaben an uns als Kommune, andererseits fehlen uns zunehmend die Einnahmen aus der Gewerbesteuer.“
Rückgang einkalkuliert
Grundsätzlich sind die Einnahmen aus der Gewerbesteuer von einer starken Schwankung betroffen. So bewegten sich diese in Esslingen in den vergangenen Jahren in einer Spanne zwischen 50 und 150 Millionen Euro, abhängig von der wirtschaftlichen Lage. Daher kalkuliert die Stadt Esslingen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer immer mit dem Durchschnittsertrag der vergangenen zehn Jahre.
„Beim kürzlich verabschiedeten Doppelhaushalt 2026/2027 sind wir bereits nicht mehr davon ausgegangen, dass die Gewerbesteuer die Rekordwerte der vergangenen Jahre erreichen wird, sondern maximal der 10-Jahres-Durchschnitt erzielt wird“, sagt Erster Bürgermeister Ingo Rust. „Trotz dieser kalkulierten Rückgänge konnten wir damit einen genehmigungsfähigen Haushalt für die kommenden zwei Jahre aufstellen – den wir nun nochmals nachschärfen werden.“
Kostenreduzierung beschlossen
So war im Doppelhaushalt 2026/2027 bereits geplant, rund zehn Millionen Euro bei den Sach- und Personalkosten einzusparen. Neben der Anschaffung von Büromaterial, Honoraren oder Beratungskosten sollten auch die Personalkosten gesenkt werden. Diese stellen mit mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr den mit Abstand größten Teil der laufenden städtischen Ausgaben dar. Daher wurde bereits im vergangenen Herbst beschlossen, bis zum Jahr 2029 durch Renteneintritte oder Jobwechsel rund 200 Vollzeitstellen einzusparen. Betriebsbedingte Kündigungen wird es bei der Stadt Esslingen nicht geben.
„Anders als nach der Corona-Pandemie oder der Finanzkrise 2008 wird es nach Einschätzung vieler Expertinnen und Experten nicht zu einer schnellen Erholung und damit wieder steigenden Einnahmen aus der Gewerbesteuer kommen“, erklärt Oberbürgermeister Matthias Klopfer. „Daher müssen wir als Stadt nicht nur einmalig, sondern strukturell sparen. Wir werden nun intensiv beraten und unserem Gemeinderat Vorschläge unterbreiten, auf was wir verzichten können, was wir preiswerter umsetzen können und wo wir die Digitalisierung nutzen können, um weiterhin dafür zu sorgen, dass unsere Stadt jeden Tag gut funktioniert. Und wir werden und können trotz allem weiterhin in Zukunftsprojekte investieren.“
Büro des Oberbürgermeisters
