Zusätzliche Klassenräume
Die Stadtverwaltung realisiert in einem Interimsbau in Modulbauweise Räume für das Schelztor-Gymnasium und die Seewiesenschule. Die Nutzung ist ab dem Schuljahr 2026/2027 vorgesehen.

Das Schelztor-Gymnasium braucht mehr Klassenräume.
Am Schelztor-Gymnasium entsteht ein Interimsbau mit zusätzlichen Klassenräumen. Der Gemeinderat hat am 16. März einstimmig den Bau und die Anmietung einer zweigeschossigen Modulanlage beschlossen. Damit reagiert die Stadt auf den wachsenden Bedarf an Schulraum am Schelztor-Gymnasium und an der Seewiesenschule.
Das Schelztor-Gymnasium ist seit dem Schuljahr 2023/24 in allen Klassenstufen vierzügig, obwohl es ursprünglich nur für dreieinhalb Züge geplant war. Durch die Baugebiete im Esslinger Norden, vorhandene Baufläche sowie die Rückkehr zu G9 wird der Raumbedarf voraussichtlich weiter steigen. Auch die Seewiesenschule wächst: Sie ist in der Sekundarstufe bereits in drei Jahrgängen dreizügig, zudem steigen in der Grundschule die Anmeldezahlen kontinuierlich. Zusätzlich nimmt die Nachfrage nach Ganztagsangeboten weiter zu. Eine Ganztagsquote von fast 85 Prozent sorgt dafür, dass auch Aufenthalts- und Gemeinschaftsräume dringend gebraucht werden.
Ein Interimsbau in Modulbauweise soll nun Abhilfe schaffen. Geplant sind insgesamt neun neue Klassenzimmer: sechs für das Schelztor-Gymnasium und drei für die Seewiesenschule. Ergänzt wird das Raumangebot durch eine Teamstation, einen Aufenthaltsbereich sowie Sanitär- und Technikräume. Die neuen Räume sollen bereits zum Schuljahr 2026/2027 zur Verfügung stehen.
Modulanlage an der Barbarossastraße
Als Standort für die zweigeschossige Modulanlage ist der hintere, östliche Teil des Parkplatzes an der Barbarossastraße bei der Sporthalle Serach vorgesehen. Dieser Bereich wurde nach einer Machbarkeitsprüfung als besonders geeignet bewertet. Gründe dafür sind unter anderem eine gute Erschließung, eine praktikable Baustellenlogistik und möglichst geringe Eingriffe in bestehende Grünflächen.

Es entstehen 9 Klassenräume mit Nebenräumen in Modulbauweise, Ansicht von Osten.
Ein weiterer Vorteil des Standorts: Die Fläche steht einer möglichen späteren baulichen Erweiterung des Schelztor-Gymnasiums südlich des Bestandsgebäudes nicht im Weg. Der Interimsbau kann somit unabhängig von langfristigen Planungen realisiert werden.
Wirtschaftlichstes Angebot nach öffentlicher Ausschreibung
Die Stadtverwaltung schrieb die schlüsselfertige Erstellung und Anmietung der Modulanlage im November 2025 öffentlich aus. Elf Unternehmen beteiligten sich an der Ausschreibung. Das wirtschaftlichste Angebot kam von der Firma Recon Germany GmbH aus Adelsdorf.
Die Gesamtauftragssumme beträgt rund 2,6 Millionen Euro. Darin enthalten sind Lieferung, Aufbau und die Miete für 48 Monate sowie optionale Leistungen wie der Rückbau oder eine mögliche Übernahme der Modulanlage durch die Stadt Esslingen.
„Damit wir den engen Zeitplan einhalten können, haben wir das Unternehmen – vorbehaltlich des Gemeinderatsbeschlusses – bereits im Januar mit vorbereitenden Planungen und der Anmietung für vier Jahre beauftragt“, sagte Oliver Wannek, Technische Betriebsleitung der Städtischen Gebäude Esslingen (SGE). „Ziel ist die Inbetriebnahme des Interimsbaus im September 2026.“
Für Erschließungsarbeiten, etwa für Ver- und Entsorgungsleitungen für Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation sowie den Aufbau der Anlage entstehen einmalige Kosten von insgesamt 657.000 Euro.
Flexible Nutzung auch in Zukunft
Die Modulanlage wird zunächst für vier Jahre angemietet. Danach bestehen vertragliche Optionen für eine Verlängerung der Miete oder einen Kauf. Eine Entscheidung darüber soll erst getroffen werden, wenn belastbare Entwicklungen bei den Schülerzahlen – etwa durch die Wiedereinführung von G9 – vorliegen.
Durch die modulare Bauweise könnte das Gebäude später auch an anderen Schulstandorten eingesetzt werden, falls dort zusätzlicher Raumbedarf entsteht. Die Stadtverwaltung kann so flexibel auf zukünftige Entwicklungen reagieren.
Büro des Oberbürgermeisters
