Mehr Schatten, mehr Grün, mehr Zukunft

An einem heißen Sommertag kann ein Schulhof schnell zur Hitzefalle werden. Asphalt speichert die Wärme, Schatten ist knapp und auch in den Klassenzimmern steigen die Temperaturen. Genau hier setzten wir an: Schulhöfe werden Schritt für Schritt mit mehr Bäumen, begrünten Fassaden und entsiegelten Flächen umgestaltet. So entstehen angenehmere Aufenthaltsorte für Schülerinnen und Schüler und gleichzeitig wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

Klimaanpassung mit Plan

Nicht jede Schule braucht dieselben Maßnahmen, aber alle Schulhöfe müssen vieles gleichzeitig leisten: Sie sind Pausenhof, Treffpunkt, Bewegungsfläche und im Notfall Sammelplatz oder Aufstellfläche für die Feuerwehr. Deshalb hat das Grünflächenamt alle 24 städtischen Schulstandorte untersucht. Dabei wurde geprüft:

  • Wo können zusätzliche Bäume gepflanzt werden?
  • Welche Flächen lassen sich entsiegeln?
  • Wo sind Dach- oder Fassadenbegrünungen sinnvoll?
  • Wie lässt sich der Hitzeschutz verbessern, ohne die Nutzung der Schulhöfe einzuschränken?

Die Umgestaltung der Schulhöfe ist ein langfristiges Projekt. Ziel ist es, alle Schulstandorte nach und nach klimaresilient weiterzuentwickeln. So entstehen Schulhöfe, die auch an heißen Tagen angenehme Aufenthaltsorte sind und gleichzeitig einen Beitrag zu einer grüneren und lebenswerteren Stadt leisten.

Individuelle Lösungen für jede Schule

Georgii-Gymnasium: Grüne Wände gegen die Hitze

Am Georgii-Gymnasium wurde 2025 ein umfangreiches Klimaanpassungsprojekt umgesetzt. Die Maßnahmen im Überblick:

  • rund 125 Quadratmeter Fassadenbegrünung mit Rankgittern und Kletterpflanzen
  • Verdoppelung einer bestehenden Grüninsel
  • vier neue Großbäume für mehr Schatten
  • neue Holzdecks als schattige Aufenthaltsbereiche
  • rund 220 Quadratmeter entsiegelte Fläche

Das Georgii-Gymnasium ist die erste Esslinger Schule mit einer Fassadenbegrünung dieser Größe. Die Pflanzen sollen künftig die Gebäudefassade beschatten und so dazu beitragen, dass sich das Gebäude im Sommer weniger aufheizt.

Fassadenbegrünung - Jelängerjelieber

Fassadenbegrünung - Jelängerjelieber

Sitzflächen im Schatten

Sitzflächen im Schatten

Fassadenbegrünung

Fassadenbegrünung

"Der Wunsch der Schule war schon sehr lange da und ich freue mich sehr, dass die Schülerinnen und Schüler in Zukunft auf grüne Wände blicken können“, sagt Ulrike Linge, Abteilungsleiterin im Grünflächenamt. Die neuen Holzdecks wurden in den heißen Tagen bereits sehr gut angenommen: „Wir freuen uns über die deutliche Aufwertung und den neuen attraktiven Aufenthaltsbereich, der an heißen Tagen auch schön Schatten bietet“, sagt Rektor Gereon Basler.

Herderschule

Die Herderschule gehört zu den ersten Schulen, an denen gezielt Maßnahmen für mehr Schatten und Aufenthaltsqualität umgesetzt wurden. Neue Bäume und zusätzliche Grünflächen sorgen für ein angenehmeres Schulumfeld.

Silcherschule

Auch an der Silcherschule wurden Begrünung und Hitzeschutz verbessert. Gemeinsam mit dem Georgii-Gymnasium zeigt sie, wie sich Schulhöfe in dicht bebauten Stadtlagen an das veränderte Klima anpassen lassen.

Kleine Maßnahmen - große Wirkung

„Wir haben uns vor einigen Jahren die Hofflächen aller unsere 24 Schulen unter einer Fragestellung angeschaut: Wie können wir diese an das veränderte Klima anpassen, den Hitzeschutz verbessern, entsiegeln, begrünen und ökologisch aufwerten“, erzählt Grünflächenamtsleiter Matthias Scheider.

Die Untersuchung aller Schulstandorte zeigt, welches Potenzial in Esslingen steckt:

  • über 300 zusätzliche Bäume könnten auf Schulgeländen gepflanzt werden
  • rund 2.400 Quadratmeter Flächen können entsiegelt werden
  • etwa 280 Quadratmeter Fassadenbegrünung sind möglich
  • rund 1.286 Quadratmeter Dachbegrünung bieten weiteres Potenzial

Jede einzelne Maßnahme verbessert das Mikroklima, schafft mehr Schatten und unterstützt gleichzeitig die Artenvielfalt.

Ausgezeichnetes Konzept

Der gesamtstädtische Ansatz zur Klimaanpassung wurde beim Landeswettbewerb „BW blüht“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Entscheidend war das systematische Vorgehen: Nicht nur Schulen, sondern auch Kitas, Friedhöfe, Parkanlagen und weitere städtische Flächen werden Schritt für Schritt an die Folgen des Klimawandels angepasst.

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(Erstellt am 09. Juli 2026)