VORSCHAU: Queeres Esslingen (Arbeitstitel)

Eine queere Spurensuche in Esslingen
VORSCHAU - Ausstellung vom 10. Dezember 2026 bis 26. September 2027 im Stadtmuseum im Gelben Haus
Queer durch Esslingen
Queere Menschen leben nicht erst heute in Esslingen – schon immer waren sie ein Teil dieser Stadt. Ihre Lebensrealitäten sind vielfältig und oft von Gegensätzen geprägt: zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Anerkennung und Ausgrenzung, Freiheit und Diskriminierung, öffentlicher Anfeindung und privatem Glück.
„Queer“ ist ein Begriff für Menschen, deren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität nicht den traditionellen gesellschaftlichen Vorstellungen entspricht. Er wird oft als Sammelbegriff verwendet – zum Beispiel für lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche oder nichtbinäre Menschen.
Im Jubiläumsjahr 2027 rückt das Stadtmuseum im Gelben Haus queere Geschichten und Perspektiven in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit Vereinen, Kultureinrichtungen und weiteren Akteur:innen aus Esslingen entsteht ein Raum zum Zuhören, Austauschen und Entdecken. Dabei werden persönliche Erfahrungen sichtbar. Jede:r darf selbst zu Wort kommen.
Um diese Geschichten einzuordnen, werfen wir einen Blick auf die Geschichte queerer Emanzipation in Esslingen und der Region. Die Stadtgeschichte aus queerer Perspektive zu erzählen, ist bisher nur in Ausschnitten möglich. Noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein gibt es nur wenige Quellen – oft sind es Zufallsfunde. Das zeigt: Was lange nicht gefragt wurde, bleibt oft unsichtbar.
Deshalb begeben wir uns gemeinsam auf Spurensuche. Wir, das sind das Team des Stadtmuseums und der Historiker Karl-Heinz Steinle, der das Projekt ko-kuratiert. Wir fragen danach, was Menschen geprägt hat: Was war schön, stärkend und befreiend? Was war schmerzhaft, ausgrenzend, unerträglich oder sogar existenziell bedrohlich? Welche Veränderungen wurden durch Mut, Solidarität und Selbstbehauptung möglich – und wo ist der Einsatz für Gleichstellung und Freiheit noch nicht abgeschlossen?
Zeitzeug:innen gesucht
Gemeinsam mit den Einwohner:innen der Stadt möchten wir Sichtbarkeit erzeugen und Lücken und Leerstellen in der Stadtgeschichte – und in unserer Museumssammlung – füllen.
Wenn Sie Ihre Geschichte erzählen, interessante Ausstellungsstücke zur Verfügung stellen oder sich anderweitig beteiligen möchten, melden Sie sich gerne bei uns (auf Wunsch auch gerne anonym).
Sie erreichen uns unter christiane.benecke@esslingen.de oder unter Tel: 0711 3512-3228.
Plakat „Jeder übergibt sich beim Hundertfünfundsiebzig“, herausgegeben vom Bundesverband Homosexualität e. V., ca. 1987. Abgebildet sind u.a. zwei Esslinger, die sich aufgrund des diskriminierenden „Homosexuellen-Paragrafen“ 175, der noch bis 1994 bestand, übergeben müssen.
Das Plakat ist das "Objekt des Monats Mai 2026".
