Obstbaumaktion: Mandel, Mispel und Maulbeere im Angebot

Die Stadt setzt bei ihrer jährlichen Hochstammaktion auf Sorten, die mit den veränderten Klimabedingungen besser zurecht kommen und bietet zudem verschiedene Pflanzen zur Fassadenbegrünung. Die Bestellung läuft bis 25. Oktober.

Streuobstwiese

Wer einen Obstbaum pflanzen möchte, kann jetzt wieder von der Esslinger Hochstammaktion profitieren. Bis einschließlich 25. Oktober können online vergünstigt knapp 70 Obstbaum- und Gehölzarten bestellt werden. Die Stadt will mit der Hochstammaktion nicht nur den Erhalt der Streuobstwiesen, sondern auch die Klimawandelanpassung fördern.

Deswegen hat das zuständige Grünflächenamt das Sortiment in diesem Jahr erweitert und dabei verstärkt auf Pflanzen gesetzt, die mit den veränderten klimatischen Bedingungen gut zurechtkommen. Mildere Winter führen dazu, dass viele Obstbäume inzwischen zwei bis drei Wochen früher blühen. Spätfröste können dann die empfindlichen Blüten schädigen. Gleichzeitig nehmen Trockenheit und Hitze zu; zudem können wärmere Temperaturen die Ausbreitung bestimmter Schädlinge und Krankheiten begünstigen.

Mit einer größeren Vielfalt an Obstarten kann auf diese Veränderungen reagiert werden. Neu im Sortiment sind deshalb unter anderem die schwarze und weiße Maulbeere. Beide sind wärmeverträglich und bringen schmackhafte Früchte hervor. Ebenfalls angeboten wird erstmals die Echte Mispel. Sie hat eine lange Tradition: Schon im Mittelalter wurde sie in unseren Gefilden angebaut, geriet später aber zugunsten anderer Obstarten weitgehend in Vergessenheit.  

Auch fünf Mandelbaumsorten sind neu dabei. Was bislang vor allem aus wärmeren Regionen wie der Vorderpfalz bekannt war, kann inzwischen auch bei uns möglich sein. Besonders im Frühjahr sind Mandelbäume mit ihrer üppigen Blüte ein attraktiver Blickfang. Im Sortiment finden sich außerdem verschiedene Apfelsorten, Birnenarten, Süß- und Sauerkirschen sowie Zwetschgen. Alle Bäume eignen sich nicht nur für Streuobstwiesen, sondern auch  für den Hausgarten.

Zur diesjährigen Hochstammaktion werden erstmals auch Fassadenbegrüner wie Waldreben, Geißblattarten oder Mini-Kiwi angeboten. Begrünte Fassaden tragen im Sommer dazu bei, dass sich Gebäude weniger aufheizen; im Winter wirkt die Begrünung isolierend. Außerdem können die Pflanzen Feinstaub binden, die Fassade vor Witterungseinflüssen schützen, sowie Insekten und Vögel eine Heimat bieten. Um Gebäudeschäden vorzubeugen, werden nur Kletterpflanzen angeboten, die eine Rankhilfe benötigen und nicht direkt an der Fassade haften.

Das Onlineformular steht bis zum 25. Oktober zur Verfügung, danach können keine Bestellungen mehr angenommen werden. Die Abholung der Bäume findet einige Wochen später statt, nämlich am Donnerstag, 12. November, von 14 bis 17 Uhr an der Städtischen Kompostierungsanlage, Hohenheimer Straße, neben dem Pliensaufriedhof. Wer an der Aktion teilnimmt, sollte sich diesen Termin gleich notieren. Zudem wichtig: es ist keine Kartenzahlung möglich, der Geldbetrag muss bar mitgebracht werden.

Pflanztipps für Obstbäume

Dietmar Schmah empfiehlt, auf die Sortenvielfalt in den Streuobstwiesen zu achten: „Durch Vielfalt wird das Schadens- und Ernteausfallrisiko deutlich vermindert“, erläutert er. Zum Schutz der jungen Bäume sollten ein Wühlmausgitter sowie ein Pfosten zum Anbinden mitbestellt werden. „Bindet man den frisch gepflanzten Baum nicht an, werden dem jungen Baum – etwa bei stärkerem Wind – oft die feinen, frisch gebildeten Wurzeln abgerissen.“ Das habe zur Folge, dass sich der Baum nicht mehr richtig versorgen könne. Erst nach drei bis vier Jahren hat der Baum genügend Wurzeln entwickelt, um stabil und sicher zu stehen. Dann kann die Halterung entfernt werden.

„Ebenso wichtig ist es, die frisch gepflanzten Jungbäume in den ersten Jahren regelmäßig zu gießen“, betont Dietmar Schmah. Denn die jungen Bäume müssen zuerst ihr Wurzelwerk entwickeln, um sich dann allmählich selbst mit Wasser versorgen zu können. Außerdem ist ein Gießrand rund um den Baum wichtig. Er ermöglicht es, größere Mengen Wasser auszubringen, die anschließend langsam in den Wurzelbereich versickern. Die Expertinnen und Experten des Grünflächenamts raten dazu, auf Gießsäcke zu verzichten, die es dem Baum aus unterschiedlichen Gründen schwer machen.

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(Erstellt am 30. September 2026)