Pflegeheime reduzieren Defizit deutlich
Die Städtischen Pflegeheime Esslingen blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Der städtische Eigenbetrieb konnte alle Personalstellen besetzen, dadurch standen ganzjährig sämtliche Pflegeplätze zur Verfügung.

Das Pflegeheim Hohenkreuz ist eine der Einrichtungen, die von den Städtischen Pflegeheimen betrieben werden.
Die stationäre Pflege und die Kurzzeitpflege waren jeweils zu rund 99 Prozent ausgelastet. Auch die Tagespflege entwickelte sich positiv und steigerte ihre Auslastung im Laufe des Jahres deutlich auf rund 87 Prozent.
„Angesichts des Pflegefachkräftemangels sind wir besonders stolz, dass wir alle Stellen besetzen konnten, ohne auf Zeitarbeitskräfte zurückgreifen zu müssen“, sagt Geschäftsführer Thilo Naujoks. „Denn es bedeutet auch, dass sich unsere Investitionen in die Ausbildung ungemein lohnen.“
Konsolidierung zeigt Wirkung
Der Jahresabschluss 2025 weist einen Verlust von rund 340.000 Euro aus. Damit hat sich das Ergebnis gegenüber den Vorjahren erneut deutlich verbessert. Nach einem Defizit von rund 1,9 Millionen Euro im Jahr 2023 – vor allem infolge von Baumaßnahmen im Pflegeheim Obertor – und rund 600.000 Euro im Jahr 2024 setzt sich die positive Entwicklung fort.
„Ein anstrengender, aber erfolgreicher Konsolidierungsprozess liegt hinter uns – eine beachtliche Leistung, die nur möglich war und ist, weil alle Mitarbeitenden an einem Strang ziehen“, bekräftigt Naujoks. „Dafür bin ich sehr dankbar.“
Belastet bleibt der städtische Eigenbetrieb jedoch durch den vorgeschriebenen Abbau von 26 Pflegeplätzen infolge der Landesheimbauverordnung. Dadurch fehlen den Städtischen Pflegeheimen jährlich rund 1,7 Millionen Euro an Einnahmen, während Gebäude und Flächen weiterhin vollständig unterhalten werden müssen. Zusätzlich werden bei den Pflegesatzverhandlungen mit Pflegekassen und Sozialhilfeträgern nicht immer alle tariflichen Personalkostensteigerungen anerkannt. Da Personalkosten mehr als 80 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, wirkt sich diese Differenz unmittelbar auf das Betriebsergebnis aus. „Bei den Pflegesatzverhandlungen im Januar 2026 ist es jedoch mit einer durchschnittlichen Budgetsteigerung von 8,19 Prozent gelungen, diese Differenz weitgehend auszugleichen“, so Naujoks. „So konnte sich die wirtschaftliche Lage der Städtischen Pflegeheime stabilisieren und wir erwarten für 2026 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis.“
Auch die solitäre Kurzzeitpflege im Pflegeheim Obertor, die überwiegend der Nachsorge nach Krankenhausaufenthalten dient, hat sich erfreulich entwickelt. Sie arbeitet inzwischen nicht nur kostendeckend, sondern gilt auch als Vorzeigemodell in Baden-Württemberg.
Neu aufgestellt für die Zukunft
Parallel zur wirtschaftlichen Konsolidierung wurde 2025 die Organisation des Eigenbetriebs grundlegend neu strukturiert. „Wir wollen Schritt für Schritt unser Pflegeangebot ausbauen“, betont Thilo Naujoks. „Damit wir für diese Zukunftsaufgaben gut gerüstet sind, haben wir einen umfassenden Reorganisationsprozess erfolgreich durchgeführt. Dieser beinhaltet eine neue Führungsstruktur, deren Leitungsstellen überwiegend intern besetzt werden konnten.“ In der mittelfristigen Wirtschaftsplanung sind Investitionen von 45 Millionen Euro vorgesehen. Geplant sind drei ambulant betreute Wohngemeinschaften in Zell und Mettingen, 16 Appartements für Betreutes Wohnen in Zell sowie ein weiteres Pflegeheim.
Zum Hintergrund
Der Eigenbetrieb Städtische Pflegeheime Esslingen am Neckar (SPH) ist Träger der Pflegeheime Obertor, Berkheim, Pliensauvorstadt, Hohenkreuz und Oberesslingen mit insgesamt 355 Pflegeplätzen inklusive einer therapieorientierten Kurzzeitpflege mit ganzjährig vorgehaltenen Plätzen. Die SPH betreiben zudem die Tagespflegeeinrichtungen im Obertor, am Zollernplatz, in Hohenkreuz und Oberesslingen mit insgesamt 54 Plätzen. Außerdem sind die SPH Betreuungsträger für zwei Anlagen des Betreuten Wohnens in Berkheim mit 22 und in der Pliensauvorstadt mit 28 Appartements.
Büro des Oberbürgermeisters
