Ritterstraße soll zum Verweilen einladen
Kühler, attraktiver und barrierefrei: So lässt sich die geplante Neugestaltung der Ritterstraße in drei Worten zusammenfassen. Ab dem Jahr 2028 soll diese von ihrem bisherigen Charakter als Verkehrsfläche in eine lebendige Flaniermeile mit Aufenthaltsqualität umgewandelt werden. Dafür sprach sich der Ausschuss für Bauen, Mobilität und Klimaschutz kürzlich aus.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montag aufgrund der aktuellen Haushaltssituation zunächst nur der Fortführung der Planungen zugestimmt. „Zusammen mit der bereits begonnenen Neugestaltung des Marktplatzes stellen wir damit die Weichen für die Zukunft unserer Innenstadt“, erklärt Hans-Georg Sigel, Bürgermeister für Stadtentwicklung, Infrastruktur, Bauen und Umwelt. „Rechnet man beide Projekte zusammen, also Marktplatz und Ritterstraße, ergibt sich eine Fläche von fast zwei Fußballfeldern, auf der wir die Aufenthaltsqualität verbessern, mehr Platz für Außengastronomie schaffen und die Innenstadt an das Klima der Zukunft anpassen.“
Konkret umfasst das Projekt Ritterstraße rund 6.000 Quadratmeter und erstreckt sich vom Postmichelbrunnen über den Eingang zur Küferstraße bis vor das Technische Rathaus. In diesem Bereich sind die unterschiedlichsten Maßnahmen geplant: So ist die Ritterstraße zwar seit einiger Zeit als Fußgängerzone ausgewiesen. Doch bislang ist die gestalterische Aufteilung des Raums noch unverändert. Rechts und links entlang der eigentlichen Fahrbahn finden sich Gehwege, die rege genutzt werden. In der Mitte wiederum ein mitunter holpriges Kopfsteinpflaster, das selten von Fußgängerinnen und Fußgängern in Anspruch genommen wird. In Zukunft wird die gesamte Fläche der Ritterstraße niveaugleich, sodass sie für Menschen im Rollstuhl oder Familien mit Kinderwägen problemlos nutzbar ist. Dabei setzt die Stadt Esslingen auf denselben Pflasterbelag, der in den kommenden Monaten auf dem Marktplatz eingebaut wird. Das fördert die Barrierefreiheit und Inklusion, da sich die gewohnten Leitsysteme und Kennzeichnungen des Marktplatzes dann in der Ritterstraße wiederfinden. Zudem verbessert der helle Belag die Anpassung an das heißere Klima der Zukunft. Dafür sorgen auch rund fünf bis zehn neue Bäume, die auf dem Rossneckarplatz, dem jetzigen Mitarbeiterparkplatz gepflanzt werden sollen – während entlang der Ritterstraße die bestehenden Bäume erhalten werden. Deren Baumbeete werden zudem vergrößert, sodass sie mehr Fläche für ihre Wurzeln haben werden. Hinzu kommen großzügige Sitzgelegenheiten für alle Alters und Nutzergruppen – höhere und niedrigere Bänke, mal mit Armlehne und mal ohne sowie insgesamt deutlich mehr Fläche für die Außengastronomie. So lädt die Ritterstraße in Zukunft zum entspannten Schlendern, Bummeln und Verweilen ein. Gleichzeitig kann sie damit flexibel für Veranstaltungen aller Art genutzt werden.
Baubeginn nach Stadtjubiläum Starten sollen die Bauarbeiten zur Neugestaltung der Ritterstraße voaussichtlich im Jahr 2028, nach dem Stadtjubiläum und nach der Fertigstellung des Marktplatzes. Derzeit rechnen die Expertinnen und Experten des Stadtplanungsamtes, das die Planungen begleitet, mit einer Bauzeit von rund eineinhalb bis zwei Jahren. Investiert werden sollen an dieser Stelle maximal fünf Millionen Euro – dieser Kostendeckel für die Ritterstraße wurde angesichts der schwierigen Haushaltslage eingeführt. Zudem rechnet die Stadt für die Neugestaltung der Ritterstraße mit Fördergeldern, eine vorläufige Zusage dafür liegt bereits vor. Ganz so lange gedulden müssen sich die Esslingerinnen und Esslinger jedoch nicht: Bereits 2027, im Jubiläumsjahr, wird es einen kleinen Vorgeschmack auf die neugestaltete Ritterstraße geben. Denn als erste Maßnahme wird der Platz am Übergang zur Maille aufgewertet. Bislang ist diese Fläche als Parkplatz vermietet. Ab dem kommenden Jahr soll sie als temporäre Popup-Fläche genutzt werden.
„Damit steht dieser Platz symbolisch für die Aufgabe, die uns im Stadtgebiet noch an vielen Stellen bevorsteht“, fasst Hans-Georg Sigel zusammen. „Wir werden entsiegeln und begrünen, um uns an den Klimawandel anzupassen, und wir wollen eine attraktive Stadt schaffen, die nicht nur vom Konsum lebt, sondern auch viele Möglichkeiten zur Begegnung und Erholung bietet.“
Büro des Oberbürgermeisters
