Modernisierung hinter dicken Mauern
Schon seit vielen Jahrhunderten thront die Esslinger Burg über den Dächern der Stadt – und in wenigen Wochen können die Esslingerinnen und Esslinger einen weiteren historischen Bestandteil dieser Anlage wieder mit eigenen Augen bewundern: Voraussichtlich ab April steht der Pulverturm in der nordöstlichen Ecke der Burg allen Interessierten offen.

Dieser war seit einigen Jahren aus Sicherheitsgründen geschlossen und regulär nicht mehr zugänglich gewesen. „Seit rund zwei Jahren arbeiten wir intensiv an der Sanierung dieses historischen Bauwerks und befinden uns nun auf der Zielgeraden“, berichtet Hans-Georg Sigel, Bürgermeister für Stadtentwicklung, Infrastruktur, Bauen und Umwelt. „Als Teil unseres Masterplans Burg stellen wir damit sicher, dass die Burganlage als herausragende Sehenswürdigkeit dauerhaft in Schuss bleibt.“
Bessere Statik, moderne Beleuchtung
Konkret wurde in den vergangenen Jahren insbesondere das jahrhundertealte, mehr als zwei Meter dicke Mauerwerk saniert. Denn die Sandsteinblöcke stammen noch aus dem 15. Jahrhundert. Zusammen mit der Erneuerung der Putzfugen und der Fensterbögen konnte damit die Statik deutlich verbessert werden. „Dabei konnten wir teilweise sogar die alten Steine wiederverwenden, die zuvor aus der Mauer herausgebrochen waren“, erklärt Klaus-Rainer Hillmann, bei den Städtischen Gebäuden Esslingen (SGE) zuständig für die Instandhaltung und Modernisierung.
Doch bei der bloßen Instandsetzung des Pulverturms soll es nicht bleiben: Dank einer ausgeklügelten Beleuchtung soll der Pulverturm im wahrsten Sinne des Wortes in neuem Glanz erstrahlen. Geplant ist etwa die Beleuchtung der zehn Mauerbögen. „Diese können wir sogar in verschiedenen Farben gestalten, sodass der Pulverturm künftig bei Anlässen wie dem Tag des offenen Denkmals oder dem Stadtjubiläum in einer besonderen Farbe erstrahlt“, verrät Stefan Pursche, Projektleiter der Sanierung. Hinzu kommen eine indirekte Beleuchtung im Handlauf der Stahltreppe in der Mitte des Turms sowie neue Lampen im Gewölbegang, der von den öffentlichen WCs im Burghof hinab in den Pulverturm führt.
Außerdem haben die Expertinnen und Experten der SGE auf dem Rundlauf oberhalb des Turms eine neue Entwässerung installiert. Diese sammelt künftig ringsum das Regenwasser und führt es direkt hinab auf den Grund des Pulverturms. Das soll die alten Sandsteine und die Fugen schützen, wie Klaus-Rainer Hillmann erklärt: „Bislang ist das Regenwasser einfach hinabgesickert, sodass es an vielen Stellen in den Putz und das Mauerwerk eindringen konnte.“
Tagsüber zugänglich
Begehbar sein wird der Pulverturm ab April dann von morgens bis abends – analog zu den dortigen öffentlichen WC-Anlagen. Nachts hingegen werden die Zugänge des Pulverturms verschlossen. „Damit wollen wir vermeiden, dass es im Schutze der Dunkelheit zu Vandalismus kommt“, erläutert Klaus-Rainer Hillmann. Aus diesem Grund wird auch die indirekte Beleuchtung der Stahltreppe nachts angeschaltet bleiben.
Nichtsdestotrotz überwiegt kurz vor der Wiedereröffnung die Vorfreude, wie Bürgermeister Hans-Georg Sigel berichtet: „Mit dem Gang hinab durch den Tunnel in den Pulverturm und der Zugänglichkeit dieses historischen Bauwerks machen wir die Burg noch attraktiver für Gäste, wie auch für die Esslingerinnen und Esslinger. Ich wünsche mir, dass alle Besucherinnen und Besucher sorgsam mit diesem Wahrzeichen umgehen und bin mir sicher, dass wir mit der Wiedereröffnung vielen eine Freude machen können.“
Büro des Oberbürgermeisters
