Erkundungstour auf zwei Rädern
Nach einer gemeinsamen Befahrung von Land, ADFC und Stadt ist klar, wie es für die Radschnellverbindung auf der Gemarkung Esslingen weitergehen kann.

Von Mettingen über Weil und die Pliensauvorstadt bis zum Alten Rathaus: Vor kurzem unternahmen die Spitzen des Verkehrsministeriums des Landes Baden-Württemberg, des Regierungspräsidiums Stuttgarts, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) und der Stadtverwaltung eine gemeinsame Radtour. Ihr Ziel: Die denkbaren Routen für die Radschnellverbindung erkunden, die zwischen Reichenbach und Stuttgart entstehen und auch über die Esslinger Gemarkung führen soll.
„In den vergangenen Monaten und Jahren haben wir die Planungen für die Route durch Esslingen konsequent vorangetrieben“, erklärt Hans-Georg Sigel, Bürgermeister für Stadtentwicklung, Infrastruktur, Bauen und Umwelt. „Doch im Bereich ab dem Alicensteg bis zur Gemarkung Stuttgart stoßen wir schnell an Grenzen, wenn es um geeignete Routen für eine Radschnellverbindung geht. Bei einer gemeinsamen Befahrung mit dem Ministerium, dem Regierungspräsidium und dem ADFC wollten wir diese Problemstellen aufzeigen und gemeinsam nach einer Lösung suchen.“
Herausfordernde Engpässe
Bereits beschlossen ist, dass die Radschnellverbindung ab Deizisau und bis zum Alicensteg südlich des Neckars verlaufen soll. Von dort würden die Radlerinnen und Radler über die Berkheimer Straße bis zur Pliensaubrücke gelangen. Doch schon hier zeigen sich erste Herausforderungen: „Hier würde die Radschnellverbindung die Auf- und Abfahrten zur B10 kreuzen, zudem bietet die große Kreuzung von Stuttgarter Straße und Brückenstraße in der Pliensauvorstadt aktuell kaum Möglichkeiten für sichere Radverbindungen“, sagt Dr. Teresa Engel, Leiterin der Stabsstelle Mobilität der Stadt Esslingen.
Auch beim weiteren Weg durch die Pliensauvorstadt gibt es Hürden: „Zur Verfügung stehen im Grunde drei Straßen“, erläutert die Stabsstellenleiterin. „Die Stuttgarter Straße, die Weilstraße und die Parkstraße.“ Dabei scheidet die Stuttgarter Straße aus, da diese von vielen Lkw und Lieferfahrzeugen des naheliegenden Gewerbegebiets sowie vom Busverkehr genutzt wird. Die Weilstraße wiederum wurde von den Bewohnerinnen und Bewohnern abgelehnt, da diese insbesondere mit dem Roten Platz als Treffpunkt dient. Bliebe also noch die Parkstraße, die jedoch zunächst beispielsweise in eine Fahrradstraße umgewandelt werden müsste.
Ausbau und Untersuchung
„Im Grunde ist aktuell keine der denkbaren Routen wirklich ideal für eine schnelle, sichere Verbindung für Radfahrerinnen und Radfahrer“, fasst Hans-Georg Sigel zusammen. „Darüber herrschte bei der gemeinsamen Befahrung der Strecken schnell Einigkeit. Deshalb werden wir nun zweigleisig fahren: Zum einen möchten wir den bestehenden Neckartalradweg in Richtung Mettingen und bis zur Grenze nach Stuttgart erneuern und wenn möglich verbreitern.“ Zum anderen soll auch in der Pliensauvorstadt die innerstädtische Radinfrastruktur gestärkt werden. „Klar ist zudem, dass wir den Bereich rund um die Berkheimer Straße unabhängig von der weiteren Führung der Radschnellverbindung nördlich oder südlich des Neckars detailliert untersucht werden.“
So könnte es beim Esslinger Teilstück der Radschnellverbindung sein, dass manch geforderte Standards nicht gehalten werden können – etwa die Mindestbreite von mehr als vier Metern oder möglichst wenig Zeitverlust durch Kreuzungen und Ampeln. „Grundsätzlich sind wir uns aber mit dem Ministerium, dem Regierungspräsidium und dem ADFC einig“, sagt Hans-Georg Sigel. „Aufgrund der besonders herausfordernden Lage Esslingens wollen wir das Maximum für den Radverkehr herausholen und eine möglichst komfortable und sichere Route bieten. Unabhängig davon werden wir die Infrastruktur in der Pliensauvorstadt und entlang des Neckars weiter ausbauen.“
Büro des Oberbürgermeisters
