Schulmensen – viel mehr als nur Mittagessen
Wer an eine Schulmensa denkt, hat meist ein Tablett und ein warmes Mittagessen vor Augen. Tatsächlich steckt hinter der Essensversorgung an Esslingens Schulen ein komplexes System mit vielen unterschiedlichen Abläufen, damit am Ende vor den Schülerinnen und Schülern ein gefüllter Teller steht.

Der Ausbau der Schulmensen ist eng mit der Entwicklung der Ganztagsschulen verbunden. "Ohne Ganztag würden wir heute viele unserer Mensen gar nicht haben", erklärt Joachim Loose, Sachgebietsleiter Schulträgeraufgaben im Amt für Bildung, Erziehung und Betreuung. „Mit dem Ausbau der Ganztagsangebote entstand auch die Verpflichtung, Schülerinnen und Schülern ein Mittagessen anzubieten. Heute gibt es deshalb an allen Esslinger Schulen eine Mittagsverpflegung – unabhängig davon, ob eine klassische Mensa vorhanden ist oder die Mahlzeiten in kleineren Ausgabeküchen oder Betreuungsräumen ausgeteilt werden.“
Verschiedene Varianten bei der Mittagsverpflegung
Je nach Schulstandort und räumlichen Voraussetzungen kommen unterschiedliche Verpflegungssysteme zum Einsatz. In manchen Schulen wird das Essen warm angeliefert, sodass es direkt auf den Tellern angerichtet werden kann. Die meisten Standorte erhalten tiefgekühlte Menükomponenten, die vor Ort schonend fertig gegart werden. Drei Schulen setzen auf Selbstkochmensen, in denen Elternvereine – unterstützt von städtischem Personal – frisch kochen. Eine Besonderheit bildet die Waisenhofschule, deren Schülerinnen und Schüler in der Kantine der Stadtverwaltung essen.
Insgesamt 76 städtische Mitarbeitende sorgen zusammen mit den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern dafür, dass für die Kinder täglich zuverlässig eine Mahlzeit auf den Tisch kommt. „Jeder Standort hat andere räumliche und organisatorische Voraussetzungen. Deshalb gibt es bei uns keine Lösung nach Schema F“, sagt Sabine Straka-Bünger, die gemeinsam mit Alexandra Miekisch die Schaltzentrale für die Schulmensen im Amt für Bildung, Erziehung und Betreuung bildet. „Unterschiedliche Gegebenheiten und die entsprechende Küchentechnik erfordern beispielsweise bei Krankheitsvertretungen individuelle Lösungen, um die wir uns kümmern.“
Verantwortung wie in einem Gastronomiebetrieb
Die Organisation der Schulmensen reicht weit über das Zubereiten der Mahlzeiten hinaus: Dienstpläne, Bestellungen, Hygienevorschriften, Arbeitssicherheit, Vertretungen und technische Abläufe müssen täglich koordiniert werden. Elf Mensaleitungen steuern gemeinsam mit den Mitarbeitenden den Betrieb an den verschiedenen Standorten.
Die Schulmensen sind lebensmittelrechtlich mit Gastronomiebetrieben vergleichbar. Deshalb gehören Hygienevorschriften, regelmäßige Schulungen, Dokumentationen und unangekündigte Kontrollen durch die Lebensmittelüberwachung zum Alltag.
„Wir sehen die Lebensmittelüberwachung allerdings nicht in erster Linie als Kontrolle, sondern eher als Beratung. Denn das hilft uns, unsere Abläufe ständig weiterzuentwickeln“, betont Sabine Straka-Bünger. „Gerade weil unsere Standorte so unterschiedlich sind, freuen wir uns natürlich auch sehr, wenn bei einer Prüfung nichts zu beanstanden ist. Das ist die Regel und damit auch ein großes Kompliment an unsere Mitarbeitenden und ihre Arbeit vor Ort.“

Qualität und Nachhaltigkeit im Blick
Neben der Lebensmittelsicherheit stehen zwei Ziele im Mittelpunkt: Die Kinder sollen satt werden und gleichzeitig möglichst keine Lebensmittel verschwendet werden. „Unsere Mensaleitungen kennen ihre Schulen sehr genau und wissen, welche Gerichte gut angenommen werden. So gelingt es, Lebensmittelabfälle gering zu halten“, erklärt Joachim Loose. „In den Mensen, in denen Eltern für die Schülerinnen und Schüler kochen, klappt das – durch das persönliche Engagement und die Nähe zu den Kindern – ebenfalls sehr gut.“
Eine verlässliche und qualitativ hochwertige Schulverpflegung gehört zu einem guten Ganztagsangebot, deshalb wird das Angebot kontinuierlich weiterentwickelt. Mit den geplanten Schulerweiterungen, etwa an der Eichendorffschule oder der Pliensauschule, entstehen zusätzliche Kapazitäten für die Schulmensen. Auch durch Neubaugebiete, in denen sich Familien ansiedeln, wird der Bedarf an Mittagsverpflegung künftig weiter wachsen.
Büro des Oberbürgermeisters
