Statistik zeigt Trends und Veränderungen
Wie entwickeln sich die Schülerzahlen? Wie groß sind die Klassen? Und wie verteilen sich die Kinder und Jugendlichen auf die einzelnen Schularten? Die jährliche Schulstatistik liefert dafür die Zahlen – und ist ein zentrales Instrument für die Schulentwicklungsplanung.

Die Gemeinschaftsschule Innenstadt an der Blumenstraße 31 wurde 2024 umfassend saniert und modernisiert.
„Wir haben es mit vielfältigen Herausforderungen zu tun: schwankende Schülerzahlen, sich wandelnde Sozialstrukturen, neue pädagogische Anforderungen sowie notwendige Investitionen in Schulgebäude und digitale Ausstattung“, erklärt Bildungsbürgermeister Yalcin Bayraktar. „All dies erfordert fundierte Entscheidungen, die in enger Abstimmung zwischen Schulträger, Schulaufsicht, Politik und Schulgemeinschaft getroffen werden müssen.“
Dafür liefert die Schulstatistik eine wichtige Grundlage, indem sie aktuelle Entwicklungen zeigt und hilft, Bedarfe früh zu erkennen. So kann die Stadt Maßnahmen gezielt planen – von Räumen bis zu Bildungsangeboten – und gemeinsam mit allen Beteiligten Esslingens Schullandschaft weiterentwickeln.
Mehr Grundschülerinnen und Grundschüler erwartet
Im Schuljahr 2025/26 besuchen 8.515 Schülerinnen und Schüler (SuS) in 333 Klassen die städtischen Schulen. Das sind etwas weniger als im Vorjahr mit 8.581. Die durchschnittliche Klassengröße liegt unverändert bei 25,6. Die Zahl der SuS in Vorbereitungsklassen ist deutlich gesunken: von 318 auf 243.
Die Gemeinschaftsschulen zählen aktuell 1.112 Schülerinnen und Schüler in 38 Klassen, die Realschulen 1.416 in 57 Klassen. Die Gymnasien bilden mit 3.003 SuS in 92 Klassen den größten Anteil an den weiterführenden Schulen.
In den Grundschulen lernen 3.069 Kinder in 142 Klassen, im Schnitt 21,6 Schülerinnen und Schüler je Klasse. Die Standorte unterscheiden sich teils deutlich, etwa bei der Größe der Schulen, der Zahl der Klassen oder der Zusammensetzung der Schülerschaft. 73 Prozent der Kinder nutzen ein Angebot der Schulkindbetreuung oder den Ganztag.
In den kommenden Jahren ist mit einem Zuwachs an Grundschülerinnen und -schülern zu rechnen: Bis zum Schuljahr 2029/2030 werden es laut Einwohnermeldeamt voraussichtlich 291 mehr sein. Dieser Anstieg fällt je nach Stadtteil unterschiedlich aus.
Verbindliche Grundschulempfehlung eingeführt
Mit Beginn des Schuljahres 2025/26 gilt neben der Rückkehr zu G9 auch eine verbindliche Empfehlung für den Übergang auf das Gymnasium. Ein Wechsel auf das Gymnasium ist nur dann möglich, wenn bestimmte Kriterien wie das Ergebnis der Kompetenzmessung „Kompass 4“ sowie die pädagogische Gesamtwürdigung der Klassenkonferenz erfüllt sind. Entspricht die Empfehlung für den weiteren Bildungsweg nicht dem Wunsch der Eltern, kann an einem Gymnasium ein landesweit einheitlicher Potenzialtest abgelegt werden.
Der Anteil der Gymnasialempfehlungen ist im aktuellen Schuljahr leicht gestiegen – von 49 auf 51 Prozent. Gleichzeitig gingen die Empfehlungen für die Realschule von 25 auf 17 Prozent zurück, während Werkreal- und Hauptschulempfehlungen von 26 auf 29 Prozent zunahmen.
In der Statistik fällt auf, dass nicht alle Kinder mit Gymnasialempfehlung auch dorthin wechseln. Von 51 Prozent sind im aktuellen Schuljahr nur 45 Prozent an ein Gymnasium gegangen. „Über die Gründe können wir nur Vermutungen anstellen“, betont Bernd Berroth, Amtsleitung, Amt für Bildung, Erziehung und Betreuung. „Möglicherweise sorgt die Rückkehr zu G9 für Unsicherheit bei den Eltern oder sie wollen ihr Kind vor dem als höher empfundenen Leistungsdruck am Gymnasium schützen.“
Zudem gibt es mit den Gemeinschaftsschulen (GMS) eine Alternative, die mit jeder Grundschulempfehlung besucht werden kann. Eine GMS ermöglicht längeres, gemeinsames Lernen ohne frühe Festlegung auf einen bestimmten Abschluss. Dort lernen Schülerinnen und Schüler auf dem für sie bestmöglichen, individuellen Niveau und können sowohl den Haupt- als auch den Realschulabschluss erwerben. An der Schule Innenstadt gibt es zudem eine Oberstufe bis zum Abitur.
Büro des Oberbürgermeisters
