Warum diese Raupen eine haarige Sache sind

Der Eichenprozessionsspinner tritt dieses Jahr massiv auf. Die Stadt entfernt die Nester an sensiblen und stark besuchten Orten, denn die Haare der Raupen können gesundheitsgefährdend sein.

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Nach vielen ruhigen Jahren verzeichnet Esslingen derzeit einen sehr starken Befall durch den Eichenprozessionsspinner. Auch aus der Bürgerschaft häufen sich Hinweise auf die Raupe, deren Haare gesundheitsgefährdend sein können: „Vor kurzem musste ein befallener Baum in der Boßlerstraße abgesperrt werden, auch aus dem Bereich Jägerhaus wurden Nester gemeldet“, berichtet Florian Pietsch aus dem Grünflächenamt.

Die Stadt Esslingen beobachtet die Entwicklung des Prozessionsspinners bereits seit vielen Jahren und ergreift vorbeugende Maßnahmen an sensiblen Standorten. Rund 220 städtische Eichen werden seit etwa 20 Jahren regelmäßig behandelt. Das sind vor allem Bäume an Schulen, Kindertagesstätten, Spielplätzen sowie anderen stark frequentierten Bereichen. Doch auch an einigen behandelten Bäumen finden sich derzeit Nester - ein Anzeichen für den starken Befallsdruck.

Die Stadtverwaltung lässt gemeldete Nester an öffentlichen Bäumen entfernen, wenn sich diese an Orten befinden, an denen viele Menschen unterwegs sind oder besonders schutzbedürftige Gruppen wie Kinder oder ältere Menschen betroffen sein könnten. Eine flächendeckende Entfernung aller Nester im gesamten Stadtgebiet oder in den Wäldern ist jedoch weder sinnvoll noch leistbar.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, der seine Eier bevorzugt an Eichen ablegt. Ende April schlüpfen die Raupen. Ihren Namen verdanken sie ihrem typischen Verhalten: Sie wandern oft prozessionsartig in langen Reihen von ihrem Sammelplatz zum Fraßort. Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen feine Brennhaare aus. Diese enthalten ein Eiweißgift, das bei Menschen gesundheitliche Beschwerden auslösen kann. Das aktuelle Auftreten wird voraussichtlich noch etwa vier bis sechs Wochen andauern.

Die Gefahr geht nicht von den Raupen selbst, sondern von ihren Brennhaaren aus. Diese können durch den Wind verbreitet werden und Hautreizungen, starken Juckreiz, Rötungen oder allergische Reaktionen auslösen. Auch Augenreizungen sowie Beschwerden der Atemwege sind möglich.
Besondere Vorsicht ist geboten, da die Brennhaare über lange Zeit wirksam bleiben. Selbst alte Nester, aus denen die Raupen bereits verschwunden sind, enthalten oft noch zahlreiche Haare.
Deswegen sollten Absperrungen unbedingt beachtet werden und Raupen sowie Nester nicht berührt werden. Nach einem möglichen Kontakt sollte die Kleidung gewechselt und gewaschen werden, zudem sollte man duschen und die Haare gründlich reinigen. Bei stärkeren Beschwerden oder allergischen Reaktionen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden

Die Entfernung von Nestern ist aufwendig und darf ausschließlich durch geschulte Fachkräfte erfolgen. Dabei sind spezielle Schutzanzüge und Schutzmaßnahmen erforderlich, um den Kontakt mit den Brennhaaren zu vermeiden.
Bei Befall an privaten Grundstücken kann die Stadt keine Maßnahmen durchführen. Eigentümerinnen und Eigentümern wird empfohlen, qualifizierte Firmen zur Schädlingsbekämpfung oder Baumpflege mit der Entfernung zu beauftragen.

Bürgerinnen und Bürger können Befallstellen an öffentlichen Bäumen auf Spielplätzen, Parkanlagen, Friedhöfen oder der Grillwiese mit möglichst genauer Angabe des Standortes per Mail an gruenflaechenamt@esslingen.de melden. Die Stadt bittet um Verständnis, dass nicht jedes Nest entfernt werden kann: „Der Eichenprozessionsspinner gehört inzwischen zum natürlichen Lebensumfeld vieler Eichen und tritt aufgrund der zunehmend warmen Witterung häufiger auf. Umso wichtiger ist ein umsichtiger Umgang mit befallenen Bereichen“, sagt Matthias Scheider, Leiter des Grünflächenamts.

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(Erstellt am 23. Juni 2026)