Heimentgelte steigen ab 1. März
Wegen deutlich gestiegener Personal- und Sachkosten passen die Städtischen Pflegeheime in Esslingen am Neckar zum 1. März 2026 ihre Heimentgelte an.

Betroffen sind die stationäre Pflege, die Kurzzeitpflege sowie die Tagespflege. Grundlage ist eine neue Vereinbarung mit den Pflegekassen und dem Sozialhilfeträger, die Mitte Januar 2026 abgeschlossen wurde. Im Durchschnitt erhöht sich das Budget der Einrichtungen um 8,19 Prozent.
Höhere Personalkosten durch Tarifabschluss
Maßgeblicher Grund für die Anpassung ist der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst (TVöD-B VKA) mit einer Laufzeit vom 1. April 2025 bis 31. März 2027. So sind zum 1. April 2025 die Entgelte um 3 Prozent, mindestens jedoch um 110 Euro monatlich gestiegen, zum 1. Mai 2026 folgt eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent. Die monatliche Schichtzulage wurde von 40 auf 100 Euro angehoben, die Pflegezulage steigt ab Mai 2026 um 6 Prozent. Auch die Jahressonderzahlung erhöht sich ab 2026 deutlich.
„Gute Gehälter sind eine wichtige Voraussetzung, um Pflegefachkräfte zu gewinnen und zu halten“, betont Thilo Naujoks, Geschäftsführer der Städtischen Pflegeheime. „Allerdings wirken sich Gehaltsteigerungen unmittelbar auf die Heimkosten aus.“
Zum Zeitpunkt der letzten Entgeltverhandlung war dieser Tarifabschluss noch nicht absehbar. „Um diesen Abschluss sowie die erwarteten Sachkostensteigerungen zwischen 5 Prozent im Wirtschaftsbedarf und 10 Prozent bei den Lebensmitteln finanzieren zu können, mussten wir die Pflegesätze neu kalkulieren. Daher blieb keine andere Wahl, als nochmals neu zu verhandeln. Ansonsten würden die Städtischen Pflegeheime weiterhin rote Zahlen schreiben“, so Thilo Naujoks weiter.
Eigenanteil von Bewohnerinnen und Bewohnern steigt
Der Leistungsbetrag der Pflegekassen bleibt unverändert, nur der Leistungszuschlag der Pflegekassen passt sich entsprechend an. Unter dem Strich sind die Steigerungsraten bei den Bewohnerinnen und Bewohnern daher immer noch etwas höher als die Budgetsteigerung des Heimes, vor allem in den ersten beiden Jahren des Heimaufenthaltes.
Je nach Einrichtung und Aufenthaltsdauer steigt der Eigenanteil ab März 2026 um etwa 149 bis 423 Euro pro Monat, jeweils für ein Standardzimmer. Der gesamte monatliche Eigenanteil – also der Betrag nach Abzug aller Leistungen der Pflegeversicherung – liegt künftig zwischen 3.443 Euro und 4.436 Euro. Positiv ist, dass sich der Eigenanteil im Laufe der Jahre durch den Leistungszuschlag der Pflegekassen spürbar reduziert.
Reformbedarf in der Pflegefinanzierung
Die Zahlen zeigen die angespannte Finanzierungssituation in der stationären Pflege. Die Pflegeversicherung kann derzeit ihr zentrales Versprechen, nämlich vor dem Armutsrisiko bei Pflegebedürftigkeit am Lebensende zu schützen, nicht mehr einhalten. Immer mehr Pflegebedürftige sind auf ergänzende Sozialhilfe angewiesen.
Hinzu kommt, dass das System der Pflegefinanzierung sehr komplex und für viele Betroffene kaum nachvollziehbar ist. „Wie sich das Heimentgelt berechnet und zusammensetzt, ist unseren Bewohnerinnen und Bewohnern kaum noch zu erklären,“ äußerte Thilo Naujoks im Vorfeld der Pflegesatzverhandlung bei der Anhörung der Heimbeiräte.
Die Entgelterhöhung ist eine direkte Folge gestiegener Tarif- und Sachkosten. Sie soll eine qualitativ hochwertige Pflege und faire Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden sichern. Gleichzeitig verdeutlicht die Entwicklung, dass auf Bundesebene eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung erforderlich ist, um Pflegebedürftige und ihre Angehörigen dauerhaft zu entlasten.
Büro des Oberbürgermeisters
