Hitzeschutz: Von Fächern bis zum Schattenweg
Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags am 11. Juni informiert die Stadt Esslingen mit einer erstmals durchgeführten Hitzeaktionswoche in Kitas über konkrete Schutzmaßnahmen. Zudem konnte diese Woche eine weitere Etappe des Esslinger Schattenwegs ausgewiesen werden.
Das selbst gebastelte „UV-Rad“ in der Kita Entengrabenstraße zeigt dunkelrot – jetzt heißt es für die Kinder: viel trinken, Sonnencreme nutzen, leichte Kleidung tragen, einen Hut aufsetzen und möglichst im Schatten spielen. Währenddessen basteln die Kinder der Kita Uhlandstraße fleißig Fächer, die an heißen Tagen für kühle Luft sorgen. Nur zwei Beispiele einer ganzen Hitzeaktionswoche, die in dieser Woche in einigen Esslinger Kitas stattfand. Anlass dafür: der bundesweite Hitzeaktionstag am 11. Juni.
„Vor den heißen Sommermonaten ist es wichtig, dass wir die Jüngsten unserer Gesellschaft, aber auch unser zahlreiches Kita-Personal über die gesundheitlichen Risiken an besonders heißen Tagen aufklären“, erklärt Yalcin Bayraktar, Bürgermeister für Ordnung, Soziales, Bildung, Kultur und Sport. So standen etwa auch das Beobachten des Sonnenstands, das Einrichten von Trinkstationen oder Wasserspiele zur Abkühlung auf dem Programm – ergänzt durch Schulungen für die Mitarbeitenden.
„In einigen Jahren werden wir in Esslingen die Temperaturen erleben, die heute in Madrid vorherrschen“, blickt Yalcin Bayraktar voraus. „Ganz besonders betroffen davon sind die Stadtteile im Tal sowie insbesondere junge Menschen, Ältere oder Schwächere. Diese wollen wir gezielt informieren und bestmöglich vor Hitze schützen.“
Schattenweg erweitert
Deshalb treibt die Stadt Esslingen bereits seit geraumer Zeit die Anpassung der öffentlichen Plätze und Räume an die Folgen des Klimawandels voran. „Pünktlich zum Hitzeaktionstag konnten wir etwa eine weitere Etappe unseres Schattenwegs ausweisen“, freut sich Dr. Katja Walther, Leiterin der Stabsstelle Nachhaltigkeit und Klimaschutz.
Die Routen des Esslinger Schattenwegs führen inzwischen mehr als zwei Kilometern quer durch die Innenstadt – vom Merkelpark bis zum Marktplatz, von der Schelztorhalle zum Roßmarkt sowie vom Merkelpark bis zum kühlen Ebershaldenfriedhof. Entlang der Wege finden sich Schatten spendende Bäume, das Wasser der Kanäle, Sitzgelegenheiten zum Durchschnaufen sowie Trinkwasserbrunnen.
Darüber hinaus stehen quer durch die Innenstadt auch die sogenannten „Kühlen Räume“ zur Verfügung. Dort erhalten Menschen, die unter der Hitze leiden, an den kommenden heißen Sommertagen die Möglichkeit für eine kurze Verschnaufpause – und ein Glas Wasser zur Erfrischung.
Konkret sind das: Die Villa Merkel, das Schwörhaus, das Stadtmuseum im Gelben Haus, das Neue Rathaus sowie Teile der Stadtbibliothek, wo etwa seit diesem Jahr auch ein Trinkwasserspender bereitsteht. „All diese Einrichtungen stehen während ihrer regulären Öffnungszeiten zur Verfügung“, erläutert Dr. Katja Walther. „Damit sind die intensivsten Hitzestunden an den Nachmittagen auf jeden Fall abgedeckt.“
Kühle Räume gesucht
Perspektivisch sollen noch weitere kühle Räume eingerichtet werden. „Von den Kirchen über Gastronomiebetriebe bis hin zu Einzelhandelsgeschäften können sich Interessierte gern bei uns melden“, sagt die Stabsstellenleiterin. „Gemeinsam wollen wir dafür sorgen, dass das Netz der kühlen Räume beständig wächst und sich irgendwann über die gesamte Innenstadt erstreckt.“ Zusätzlich werden die vorhandenen Möglichkeiten in den kommenden Tagen entsprechend gekennzeichnet, um besser auffindbar zu sein.
„Dennoch ist der Schutz vor sommerlicher Hitze nie abgeschlossen“, erklärt Dr. Katja Walther. „Daher soll unser Hitzeaktionsplan Jahr für Jahr weiter wachsen und um neue Maßnahmen und Bausteine ergänzt werden. Auf diese Weise wollen wir die Innenstadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner für das Klima der Zukunft wappnen.“
Büro des Oberbürgermeisters




