„Integration muss vor Ort gelingen“

Das Esslinger Integrationsforum zum Thema Arbeitsmarktintegration bringt verschiedene Akteurinnen und Akteure zusammen. Minister Oliver Hildenbrand hält eine Rede zur Integrationspolitik und trägt sich zuvor ins Goldene Buch ein.

Minister Oliver Hildenbrand hält Rede beim Integrationsforum und trägt sich ins Goldene Buch ein

Minister Oliver Hildenbrand bei seiner Rede beim Integrationsforum, zuvor hat er sich im Beisein von Bürgermeister Yalcin Bayraktar und Oberbürgermeister Matthias Klopfer in das Goldene Buch eingetragen.

Wie kann die Arbeitsmarktintegra­tion vor Ort gelingen und welche Rahmenbedingungen braucht es dafür? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des zweiten Esslinger Integrationsforums, das im Alten Rathaus stattfand. Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Politik, sozialen Einrichtungen, Wirtschaft, Vereinen, Migranten­organisationen und Ehrenamt diskutierten aktuelle Entwicklun­gen und tauschten Erfahrungen aus, um gemeinsame Impulse für Esslingens Integrationsarbeit zu setzen.
„Integration gelingt vor Ort – in unseren Städten und Gemeinden, dort, wo Menschen zusammenle­ben, sich begegnen und Teilhabe konkret möglich wird“, betonte Bürgermeister Yalcin Bayraktar in seiner Eröffnungsrede. Damit die Kommunen diese Aufgabe erfolg­reich bewältigen könnten, brauche es verlässliche Rahmenbedingun­gen, ausreichende Ressourcen und starke Partner.

Sozialminister Oliver Hilden­brand hält Rede

Oliver Hildenbrand, Minister für Soziales, Arbeit und Gesundheit des Landes Baden-Württemberg, hatte sich erst in das Goldene Buch der Stadt Esslingen eingetragen und gab dann in seiner Rede ei­nen Einblick in die integrationspo­litischen Ziele und Schwerpunkte der neuen Landesregierung. „Spra­che ist der Schlüssel zur Integra­tion im Alltag ebenso wie im Be­rufsleben“, sagte der Minister. Daher wolle die Landesregierung den Spracherwerb unterstützen. Zudem sei es wichtig, berufliche Qualifikationen und Fähigkeiten anzuerkennen, um den Weg in eine passende Beschäftigung zu erleichtern. „Unsere Perspektive muss sein, dass wir Menschen su­chen, die hierherkommen, um mit uns zu arbeiten und mit uns zu le­ben“, so Hildenbrand weiter. „Wir müssen unsere Kommunen und lokalen Netzwerke stärken. Integ­ration muss insbesondere vor Ort gelingen.“

Workshops zu unterschiedlichen Aspekten

Die Teilnehmenden vertieften un­terschiedliche Aspekte der Arbeits­marktintegration in drei Work­shops. Eine Gruppe beleuchtete die rechtlichen Neuerungen durch die Reform des Gemeinsamen Eu­ropäischen Asylsystems (GEAS), die seit dem 12. Juni 2026 gilt und ihre Auswirkungen auf die Arbeits­marktintegration von Geflüch­teten. Dabei ging es unter ande­rem um veränderte Zugänge zum Arbeitsmarkt, die Folgen neuer Verfahren und die Frage, wie sich die Änderungen auf kommunaler Ebene auswirken.
Ein weiterer Workshop widmete sich der Arbeitsmarktintegration in den Branchen Pflege und Ge­sundheit, Handwerk sowie Gas­tronomie. Diese Bereiche sind in besonderem Maße auf qualifi­zierte Arbeitskräfte angewiesen. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten tauschten sich die Teil­nehmenden darüber aus, welche Hürden es beim Einstieg in Be­schäftigung gibt und welche Un­terstützungsangebote sowie Lö­sungsansätze sich bewährt haben. Im Mittelpunkt standen dabei auch die Frage nach Erfolgsfaktoren und die Perspektiven einer langfristi­gen Beschäftigung sowie die Er­kenntnis, dass Integration keine Einbahnstraße ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Der dritte Workshop nahm die Zusammenhänge zwischen ge­sellschaftlichen Krisen, trauma­tischen Erfahrungen und psychi­scher Gesundheit, unter anderem als Hemmnis auf dem Arbeits­markt in den Blick. Belastungen können es erschweren, Zugang zu Bildung, Ausbildung und Beschäf­tigung zu finden.
Zudem wurde aufgezeigt, wel­che Bedeutung transkulturelle, traumapädagogische Ansätze für die psychosoziale Begleitung ha­ben. Der Workshop machte damit deutlich, wie die Förderung psychi­scher Gesundheit gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Perspekti­ven unterstützen kann.

Austausch als Grundlage für die weitere Zusammenarbeit

Das Integrationsforum bietet dem Esslinger Integrationsnetzwerk eine Plattform, um unterschied­liche Perspektiven zusammenzu­bringen und die Zusammenarbeit der beteiligten Akteurinnen und Akteure zu stärken.
„Zahlreiche Herausforderungen stellen Kommunen vor neue Auf­gaben, deshalb brauchen wir Orte wie dieses Integrationsforum“, be­kräftigte Yalcin Bayraktar. „Orte, an denen unterschiedliche Pers­pektiven zusammenkommen und auf Augenhöhe diskutiert werden kann.“

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(Erstellt am 05. November 2026)