Was hinter den Karstadt-Kulissen geschieht

Hinter der Fassade rollen die Bagger, das Gebäude wird komplett entkernt. In den nächsten Jahren entstehen hier über 160 Wohnungen und mehr als 12.000 Quadratmeter Fläche für den Einzelhandel.

Bauschutt im Karstadt-Gebäude
Abgebaute Rolltreppen
Bagger im Karstadt-Gebäude
Bauschutt im Karstadt-Gebäude

Wo viele Esslingerinnen und Esslinger bis vor wenigen Jahren noch shoppen gingen, räumt ein Bagger jetzt meterhohen Bauschutt zur Seite: Im ehemaligen Karstadt-Kaufhaus tut sich aktuell so einiges. Denn während beim Schlendern durch die Bahnhofstraße lediglich dumpfes Rumpeln und Hämmern zu hören ist, schreiten die Arbeiten im Innern zügig voran.

„Am Ende wird vom Karstadt-Gebäude quasi nur noch das Gerippe, also der Rohbau, stehen bleiben“, erklärt Marc Jäkel, Planungskoordinator des Projekts bei Züblin, während ein Arbeiter neben ihm Mauerwerk herausmeißelt. Daher wurde in den letzten Wochen Stockwerk für Stockwerk entkernt - angefangen bei der ehemaligen Einrichtung des Kaufhauses über den Boden und den Estrich bis hin zu den 14 Rolltreppen des ehemaligen Karstadt-Gebäudes.

Parallel dazu wurde auf der Fläche hinter dem Gebäude die alte Tiefgarage zurückgebaut. „Dort haben wir anschließend einige Bodenproben entnommen, um zu sehen, ob dieser mit Schadstoffen belastet ist“, berichtet der Planungskoordinator. Grundsätzlich werde man die beiden Projekte parallel vorantreiben - einerseits die Sanierung im Bestand im ehemaligen Karstadt, andererseits den Neubau des Quartiers „qess“ auf der Fläche des ehemaligen Parkplatzes dahinter.

Neue Flächen für den Einzelhandel

Entstehen werden dort in den kommenden Jahren eine Tiefgarage für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers sowie über 160 Wohnungen in bester Lage. „Aktuell haben wir bereits jede Menge Anfragen von potenziellen Wohnungskäufern vorliegen“, berichtet Sandro Jordan, der das Projekt für STRABAG Real Estate leitet. Auch beim Gebäude selbst führe man bereits Verhandlungen und sei zuversichtlich, dort einen ansprechenden Mieter-Mix aus Einzelhandel und Dienstleistungen anzusiedeln, so Jordan.

Denn das bisherige Karstadt-Gebäude soll nach der grundlegenden Modernisierung wieder vollständig für Geschäfte und Büros zur Verfügung stehen. „Insgesamt stehen hier rund 12.000 Quadratmeter zur Verfügung“, berichtet Sandro Jordan. „Und denkbar ist nahezu alles: Von Modegeschäften über die Nahversorgung bis hin zu Arztpraxen, Büros oder Fitnesseinrichtungen.“ Für Esslingens Oberbürgermeister Matthias Klopfer ein starkes Signal für den Standort: „STRABAG Real Estate investiert an dieser Stelle rund 100 Millionen Euro in die Zukunft unserer Innenstadt. Ich bin überzeugt, dass dieses Quartier unsere City weiter beleben und aufwerten wird.“

Projekt über mehrere Jahre

Bis es soweit ist, liegt allerdings noch einiges an Arbeit vor dem Projekt-Team. Voraussichtlich im Herbst, so Marc Jäkel, soll der Bauantrag eingereicht werden. Wenig später, nach Erteilung der Baugenehmigung und möglicherweise zu Jahresbeginn, könnten dann die tatsächlichen Modernisierungsarbeiten im Karstadt-Gebäude sowie die Arbeiten an der Tiefgarage hinter dem Gebäude starten.

„Wir werden aber versuchen, an mehreren Stellen parallel zu arbeiten“, kündigt Marc Jäkel an. „Während wir beispielsweise in einer Ecke noch an der Tiefgarage arbeiten, können wir andernorts schon mit dem Errichten der Wohngebäude beginnen.“ Wenn alles nach Plan laufe, dann könnten die Wohnungen im Jahr 2030 bezogen werden, das Karstadt-Gebäude hingegen bereits 2029.

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(Erstellt am 06. Juli 2026)