Von der Menüplanung bis zur Essensausgabe

Was muss eine Mensaleitung alles im Blick haben, damit alle Schülerinnen und Schüler satt werden? Wir haben einen Blick hinter die Kulissen von drei Esslinger Schulmensen geworfen.

Mensa Pliensauschule

Die Ruhe vor dem Sturm: Die Mensa in der Pliensauschule wird für das Mittagessen vorbereitet.

Welche Mahlzeit kommt heute in der Schulmensa auf den Teller, wie viele Portionen werden gebraucht und was muss bei einzelnen Kin­dern beachtet werden? Für Men­saleiterin Senay Parlar, die für die Mensen der Pliensauschule, der Grundschule Zell und der Elisa­beth-Selbert-Realschule zustän­dig ist, beginnt die Arbeit lange vor der eigentlichen Essensaus­gabe. Während bei den Grund­schülerinnen und Grundschülern im Ganztag feststeht, wer ein Mit­tagessen erhält, können die älte­ren Schülerinnen und Schüler ihr Essen selbst bestellen.

Der Speiseplan ist die Grundlage

Besonders viel Zeit steckt in der Planung des Speiseplans. In der Pliensauschule muss Senay Par­lar für rund 220 Kinder überlegen, was auf den Tisch kommt, welche Beilagen dazu passen und wie die Gerichte abwechslungsreich blei­ben. Auch Wünsche der Schülerin­nen und Schüler fließen mit ein. Gleichzeitig müssen unterschied­liche Bedürfnisse berücksichtigt werden, wie vegetarische Speisen oder Lebensmittelunverträglich­keiten. Dafür werden passende Alternativen eingeplant. „Solch ei­nen Speiseplan zusammenzustel­len, ist nicht einfach“, sagt Senay Parlar. „Ich muss schauen, dass er den meisten Kindern gerecht wird und die Mengen müssen stimmen.“ Alle drei Schulen arbeiten mit dem Cook-and-Freeze-Verfahren. Da­durch kann morgens noch auf Än­derungen reagiert werden. Fehlen beispielsweise Schülerinnen und Schüler wegen Krankheit, werden entsprechend weniger Portionen zubereitet. Nicht genutztes Es­sen kann eingefroren bleiben und an einem anderen Tag verwendet werden.

Mensa Pliensauschule

Das Essen wird in der Mensa in der Pliensauschule in kleinen Portionen angerichtet, damit die Kinder alles probieren können.

Drei Schulen, verschiedene Abläufe

Die Mensaleitung muss unter­schiedliche Prozesse im Blick be­halten. So wird in der Pliensau­schule das Essen in mehreren Schichten nach Klassenstufen ausgegeben. Zudem erhalten die Dritt- und Viertklässler ihr Mittag­essen in der Südkirche. Die Mitar­beitenden bereiten das Essen vor, geben es aus, helfen beim Abräu­men und kümmern sich anschlie­ßend um Geschirr und Reinigung. In der Grundschule Zell überneh­men die pädagogischen Mitarbei­tenden die Essensausgabe in un­terschiedlichen Gruppenräumen, während die Mensamitarbeiten­den für Zubereitung und Spülen zuständig sind. An der Elisabeth- Selbert-Realschule wird das Essen an der Theke ausgegeben, das die Schülerinnen und Schüler selbst vorab bestellt haben. Die Zahl der benötigten Portionen ändert sich deshalb täglich.

Mittagessen in der Grundschule Zell

In der Grundschule Zell essen die Kinder in ihrem Gruppenraum, das Essen gibt eine Pädagogische Fachkraft aus.

Karteikarten und kurzfristige Lösungen

Die Mitarbeiterinnen aus Senay Parlars Team kennen sich in den verschiedenen Standorten aus, so funktionieren die Abläufe auch bei Personalausfällen. Zudem sind die benötigten Lebensmittelmen­gen für einzelne Gerichte auf Kar­teikarten dokumentiert. Zum All­tag der Mensaleiterin gehört auch, kurzfristig Lösungen zu finden, bei­spielsweise, wenn eine Lieferung fehlt, Geräte kaputt gehen oder eine Mitarbeiterin ausfällt. Dann organisiert sie Ersatz oder fährt selbst zu einer der Schulen. Auch bei besonderen Anforderungen einzelner Kinder sucht sie schnell eine Lösung: „Für mich ist wichtig, dass jedes Kind etwas zu essen be­kommt.“

Essensausgabe in der Mensa der Elisabeth-Selbert-Realschule

In der Elisabeth-Selbert-Realschule bestellen die Schülerinnen und Schüler ihr Essen vorab

Mehr als nur ein Essen auf dem Teller

Die Arbeit der Mensaleitung en­det nicht bei Bestellung und Es­sensausgabe. Gerade bei den jün­geren Kindern geht es auch darum, ihnen neue Lebensmittel näherzu­bringen und die Abläufe mit ihnen zu üben. Manche Erstklässler müs­sen erst lernen, Salat oder andere Speisen zu probieren. Gemeinsam mit ihrem Team geht Senay Parlar deshalb von Tisch zu Tisch, um die Kinder zu ermuntern. „Sie sollen möglichst alles einmal versuchen, deshalb bekommen sie von allem eine kleine Portion auf den Teller. Wenn es ihnen nicht schmeckt, müssen sie natürlich nicht aufes­sen“, erklärt sie. „Sie dürfen sich auch immer einen Nachschlag holen. So vermeiden wir, dass Le­bensmittel unnötig weggeworfen werden müssen.“

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(Erstellt am 14. Oktober 2026)