Mit viel Herzblut für die Sauberkeit
Heute startet die Esslinger Müllmarathonwoche: Der Fokus liegt auf der Sauberkeit. Das Ordnungsamt wird verstärkt kontrollieren, in den Schulen wird aufgeklärt. An vorderster Front: Das Team der städtischen Straßenreinigung.

Eine Hand steuert das Lenkrad, die andere das Bedienteil der drei großen Edelstahlbürsten, die Augen sind konzentriert auf die Straße gerichtet: Seit fünf Jahren ist Hasan Keserovic mit der mittelgroßen Kehrmaschine der Esslinger Straßenreinigung unterwegs. „Die Arbeit macht mir viel Spaß und ich bin immer unterwegs“, erzählt der 54-Jährige. Seine Tour führt ihn jede Woche durch die Außenbezirke, zwischendurch wird er immer wieder zu Sondereinsätzen gerufen. Immer häufiger stößt er auch auf wilde Müllablagerungen oder sie werden dem Team aus der Bürgerschaft gemeldet. In diesen Fällen rückt ein Kollegentrupp an. „Diese illegalen Müllablagerungen nehmen leider stark zu“, betont Silviu Rotar, der das Team der Straßenreinigung koordiniert. Dazu gehören ausrangierte Kühlschränke im Wald, Matratzen am Straßenrand oder Berge an Sperrmüll vor Altglas- oder Kleidercontainern. „Wir sprechen hier von Umweltdelikten und Ordnungswidrigkeiten, die mit bis zu mehreren hundert Euro geahndet werden können“, sagt Sebastian Stein, Leiter des Städtischen Vollzugsdienstes. Das Team des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) rückt regelmäßig aus, um die Verursachenden aufzuspüren: „Das ist richtige Detektivarbeit“, sagt Stein. Übrigens: Wer wilde Müllablagerungen in der Stadt sichtet, kann diese dem städtischen Mängelmelder melden unter esslingen.de/maengelmelder.
Müllmarathon und Cleanup-Day
Anlässlich des globalen World Cleanup Days am 20. September veranstaltet die Stadt Esslingen in der Woche ab dem 14. September einen eigenen Müllmarathon. Die Schirmherrschaft des Cleanup Days übernimmt, wie in jedem Jahr, Oberbürgermeister Matthias Klopfer. In dieser Woche legt der KOD seinen Schwerpunkt auf das Thema Müll: „Wir verstärken die Kontrollen an verschiedenen Hotspots, etwa an Containerstandorten und bekannten Schwerpunkten von wildem Müll und Kleinmüll, aber auch in Wald und Flur sowie rund um den ZOB und in Grünanlagen“, kündigt Stein an. Darüber hinaus gibt es in Kooperation mit der Bildungsstiftung der Kreissparkasse und der gemeinnützigen Organisation Zusammen Zukunft leben (ZuZule) verschiedene Projekte zur Müllvermeidung an Esslinger Schulen.
Zwischen Dankbarkeit und Hupkonzerten
Wie reagieren die Esslingerinnen und Esslinger eigentlich, wenn sie im Alltag dem Team der Straßenreinigung begegnen? Im Berufsverkehr werde man in einer Kehrmaschine schon mal angehupt oder beschimpft, erzählt Hasan Keserovic. „Wir erfahren tatsächlich aber auch sehr viel Dankbarkeit“, betont Izzet Kocyigit, der seit 23 Jahren bei der Stadt arbeitet und mit einer der kleinen Kehrmaschinen rund um den Bahnhof für Ordnung sorgt. Unterstützt wird er von seinen beiden Kollegen Senol Ege und Muammer Yüksel, die per Hand fegen und Papierkörbe leeren – zwischen Bahnhof und Marktplatz übrigens auch am Wochenende.
Müllpressfahrzeug und Hundekot
Zur Mannschaft der Straßenreinigung gehören 23 Kollegen und eine Kollegin, die in unterschiedlichen Trupps für Sauberkeit in Esslingen sorgen. Einer von ihnen ist Peter Schön, der gerade in Berkheim einen Mülleimer geleert hat. Den vollen Sack wirft er in sein Fahrzeug, das den Müll per Knopfdruck innerhalb von zwei Minuten zusammenpresst. „Ich bin am Tag rund 80 Kilometer unterwegs und sammle etwa 400 Kilo am Tag ein, montags sogar rund 600 Kilo“, erzählt Schön. Allerdings gibt es auch in seinem Bereich eine unerfreuliche Entwicklung: „In sehr vielen Fällen handelt es sich um Hausmüll, der illegal in unseren Mülleimern entsorgt wird.“ Dieses Thema wird das KOD-Team ebenfalls verstärkt in den Blick nehmen, um Verursachende zu ermitteln – oder auf frischer Tat zu ertappen.
Auch Alexander Hehl, Teamleiter der Straßenreinigung, ärgert sich bei seinen Hundekot-Touren zunehmend: „Viele schmeißen ihre vollen Hundekotbeutel auf die Felder, anstatt sie in den dafür vorgesehenen Hundekoteimern zu entsorgen.“ Insgesamt gibt es 80 davon im ganzen Stadtgebiet. Der 43-Jährige ist montags und donnerstags unterwegs, fährt pro Tag bis zu 130 Kilometer und sammelt in einer Woche bis zu 1,5 Tonnen Hundekot ein.
Auch hier gilt: Wer Hundekotbeutel oder andere Verschmutzungen im Stadtgebiet sichtet, kann dies über den städtischen Mängelmelder melden.
Büro des Oberbürgermeisters
