Esslingen erhält 52 neue Oberleitungsbusse
Die Stadt Esslingen avanciert bis Ende des Jahres zu einer der ersten Städte in ganz Deutschland, die ihren öffentlichen Nahverkehr zu 100 Prozent auf Elektromobilität umstellen. Möglich wird das durch die Beschaffung von insgesamt 52 neuen Batterie-Oberleitungsbussen der Škoda Group.

Die ersten beiden dieser neuen Oberleitungsbusse wurden der Stadt Esslingen nun feierlich übergeben, die weiteren Fahrzeuge werden bis Ende 2026 ausgeliefert.
„Das ist ein herausragender Meilenstein in der Geschichte des Esslinger Nahverkehrs, der zeigt, dass nachhaltige Mobilität und ein attraktives Verkehrsangebot erfolgreich miteinander verbunden werden können“, sagt Matthias Klopfer, Oberbürgermeister der Stadt Esslingen. „Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Beteiligten, die dieses Projekt erfolgreich umgesetzt haben, bei Bund und Land für die Fördermittel sowie bei unserem Gemeinderat, der uns mehrfach grünes Licht für den Ausbau der Elektromobilität gegeben hat.“
Größte Einzelförderung in der Geschichte
Zur Realisierung dieses Projekts hat die Stadt Esslingen eine Förderung des Bundesministeriums für Verkehr in Höhe von rund 27 Millionen Euro erhalten – die größte Einzelförderung in der Geschichte der Stadt Esslingen. Damit zählt Esslingen zu den ersten zehn ausgewählten Kommunen und Verkehrsbetrieben deutschlandweit, die Fördermittel aus dem Programm „Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr“ erhalten. Neben Esslingen wurden Städte wie Hamburg, Bremen, Köln, Berlin und München gefördert.
„Mit unserer Förderung investieren wir gezielt in innovative Technologien, die den öffentlichen Nahverkehr leistungsfähiger, klimafreundlicher und zukunftssicher machen. Wir haben bisher über 5.300 E-Busse gefördert und führen dieses Engagement weiter fort. Die vollständige Umstellung des Esslinger Busverkehrs auf elektrische Antriebe ist ein Leuchtturmprojekt mit Vorbildcharakter für viele Städte in Deutschland“, sagt Patrick Schnieder, Bundesminister für Verkehr.
Die Fördergelder des Bundes fließen in die Beschaffung von 42 Batterie-Oberleitungsbussen und in den Ausbau des Oberleitungsnetzes im Stadtgebiet um weitere fünf Kilometer. Ende des Jahres folgen weitere sechs Busse, die vom Land Baden-Württemberg über das Programm „Förderung umweltfreundlicher und emissionsarmer ÖPNV-Linienbusse und Bürgerbusse zur Ergänzung des ÖPNV“ mit 1,43 Millionen Euro gefördert werden. Insgesamt investiert die Stadt Esslingen etwas mehr als 64 Millionen Euro in den Ausbau der Elektromobilität im Nahverkehr.
„Die Übergabe der ersten neuen Oberleitungsbusse ist ein wichtiger Schritt zu einem emissionsfreien ÖPNV. Bund, Land, Kommune und die beteiligten Unternehmen leisten damit einen bedeutenden Beitrag zu einer lebenswerten Stadt. Wir hoffen, dass Esslingen eine Vorreiterrolle einnimmt und andere Städte diesem Beispiel folgen werden. Diesen Weg unterstützen wir als Landesverkehrsministerium auch weiterhin konsequent“, sagt Raimund Haser MdL, Staatssekretär im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg.
Modernste Technik mit Komfort für Fahrgäste
Die neuen Fahrzeuge verbinden die Vorteile eines klassischen Oberleitungsbusses mit moderner Batterietechnologie. Während der Fahrt können die Busse über die Oberleitung kontinuierlich geladen werden. Auf Streckenabschnitten ohne Oberleitung fahren die Busse rein elektrisch mit Energie aus der Fahrzeugbatterie. Zusätzlich wird beim Bremsen Energie zurückgewonnen und wieder gespeichert. Dieses Zusammenspiel von Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und Oberleitungsnetz macht Esslingen zu einem Vorzeigeprojekt für nachhaltige Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr.
Konkret werden bis Ende des Jahres 10 Solobusse mit 12 Metern Länge und einer Batteriekapazität von 135 kWh sowie 42 Gelenkbusse rund 19 Metern Länge und einer Batteriekapazität von 156 kWh geliefert. Diese bieten den Fahrgästen des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE) moderne Fahrgastinformationen, barrierefreie Einstiege, großzügige Mehrzweckflächen sowie ein deutlich verbessertes Komfort- und Umweltprofil. Gleichzeitig reduzieren sie Lärm- und Schadstoffemissionen im gesamten Stadtgebiet.
„Die Auslieferung der ersten Batterieoberleitungsbusse der Škoda Group nach Esslingen ist für uns ein besonderer Meilenstein. Das Projekt verbindet die traditionsreiche Esslinger Geschichte der Oberleitungsbusse mit modernster Elektromobilität. Unsere Fahrzeuge bieten den Fahrgästen hohen Komfort, barrierefreien Zugang, moderne Informationssysteme sowie WLAN-Zugang. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit dem SVE und der Stadt Esslingen eines der innovativsten ÖPNV-Projekte Deutschlands umzusetzen“, sagt Karel Majer, Vorstandsvorsitzender von Škoda Electric, Teil der Škoda Group.
„Esslingen ist für Škoda Group ein bedeutendes Projekt und ein weiterer wichtiger Schritt auf dem deutschen Markt. Wir freuen uns, die Stadt auf ihrem Weg zu einem emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr zu begleiten. Deutschland ist für uns ein strategischer Markt, auf dem wir mit Trolleybussen, Straßenbahnen und Zügen zu einer nachhaltigen Mobilität beitragen“, sagt Jan Harder, President Region West der Škoda Group.
CO2-neutraler Nahverkehr
Parallel zur Fahrzeugbeschaffung wird das vorhandene, derzeit rund 29 Kilometer lange Esslinger Oberleitungsnetz erweitert. Aktuell läuft dazu der dritte von vier Bauabschnitten. Bis Ende 2026 ist das Oberleitungsnetz schließlich um weitere rund fünf Kilometer ausgebaut. Diese Ausbauabschnitte schaffen die Grundlage dafür, künftig alle Buslinien im Esslinger Stadtverkehr vollständig elektrisch zu betreiben.
Von „grün ES“, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Esslingen, werden die Busse ausschließlich mit grünem Strom versorgt. Dadurch kann der öffentliche Nahverkehr in Esslingen ab Ende 2026 nicht nur vollständig elektrisch, sondern auch CO2-neutral betrieben werden.
„Mit diesem Projekt setzen wir nicht nur bundesweit Maßstäbe“, sagt Ingo Rust, als Erster Bürgermeister der Stadt Esslingen für den Nahverkehr zuständig. „Wir bekennen uns damit auch zur Zukunft des elektrisch betriebenen, öffentlichen Nahverkehrs und investieren in Klimaschutz, Lebensqualität und die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts.“
Büro des Oberbürgermeisters
