Bühne frei für einen Blick in die Zukunft
Drei Esslinger Grundschulen haben beim Schultheatertag mitgewirkt und dabei nicht nur gelernt, Theater zu spielen.

Schülerinnen und Schüler der Grundschule Zell mit ihrer Bonbonwurfmaschine auf der WLB-Theaterbühne
Drei Schulen, drei selbst entwickelte Stücke und dreimal Applaus: Mit einem gemeinsamen Schultheatertag in der Württembergischen Landesbühne (WLB) ist das Theaterprojekt „Wenn ich einmal groß bin…“ erfolgreich zu Ende gegangen.
Kinder gestalten eigene Theaterstücke
Ein halbes Schuljahr lang arbeiteten Schülerinnen und Schüler aus den dritten und vierten Klassen der Grundschulen Mettingen, Zell und der Pliensauschule einmal pro Woche an ihren eigenen Theaterstücken. Von der ersten Idee über die Handlung bis hin zum Bühnenbild entwickelten die Kinder ihre Stücke selbst. Begleitet wurden sie dabei von Theaterpädagoginnen der WLB im Tandem mit Schulsozialarbeiterinnen, Freizeitpädagoginnen oder Lehrkräften.
„Das Thema ‚Wenn ich einmal groß bin…‘ gab zwar eine Richtung vor, ließ den Kindern aber gleichzeitig sehr viel Handlungsspielraum“, sagt Rebecca Kenner, Bildungsplanerin im Amt für Bildung, Erziehung und Betreuung. „Dadurch war eigentlich alles möglich.“
Zusätzlich holten sich die Schülerinnen und Schüler bei einer Lesung mit der Autorin Antonia Michaelis in der Stadtbücherei Anregungen für ihre Theaterstücke. „Zum einen lernten die Kinder dabei noch eine weitere Kulturtechnik kennen“, erklärt Rebecca Kenner. „Zum anderen konnten sie sich mit der Autorin austauschen, wie diese auf ihre Ideen kommt, wie sie ein Stück entwickelt und wie sie es spannend macht.“
Aufführung auf der großen Bühne
Die Ergebnisse, die sie den anderen Gruppen, Eltern und geladenen Gästen beim Schultheatertag in der WLB vorführten, zeigten dann auch, wie kreativ und vielfältig die Kinder das Thema umgesetzt hatten: So fragte sich die Gruppe aus der Grundschule Zell in ihrem Stück „Zukunftsmuseum – Keine Jobs mehr?“, ob Roboter künftig alle Berufe übernehmen und Menschen überhaupt noch arbeiten müssen. Die Pliensauschule beschäftigte sich unter dem Titel „Die Reise in meine Zukunft“ mit den Vor- und Nachteilen des Erwachsenwerdens. „Bühne frei für unsere Zukunft“ nannten die Kinder aus der Grundschule Mettingen ihr Werk, das sie mit viel Bewegung, Tanz und einem fantasievollen, außerirdischen Freund präsentierten. Im Anschluss an jede Aufführung folgte ein sogenanntes „Rückspiel“. Dabei gab jeweils eine Gruppe der anderen spielerisch und konstruktiv Feedback.
Viel mehr als Theater spielen
„Das Theaterprojekt richtet sich insbesondere an Kinder, die bislang wenig Zugang zu kultureller Bildung haben“, sagt Bernd Berroth, Amtsleitung, Amt für Bildung, Erziehung und Betreuung. „Wir wollen damit die gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe der Kinder stärken.“
Für manche Kinder und ihre Familien ist das Projekt der erste Kontakt mit dem Theater als kulturellem Ort. Das hilft, Berührungsängste abzubauen und den Zugang zu Kultur zu erleichtern.
Nicht zuletzt fördert das Projekt die Kreativität der Kinder und stärkt ihr Selbstbewusstsein. „Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie die Kinder in dieser Zeit wachsen und wie stolz sie am Ende auf der großen Bühne stehen“, betont Rebecca Kenner. „Gerade Kinder, die sonst selten Erfolgserlebnisse haben, können hier zeigen, was in ihnen steckt. Sie werden auf eine positive Weise wahrgenommen und nehmen dieses Selbstvertrauen weit über das Theaterprojekt hinaus mit. Genau deshalb machen wir es.“
Projekt dank Förderung möglich
Das Theaterprojekt fand im zweiten Halbjahr des Schuljahres 2025/2026 im Rahmen des Ganztags als Kooperation zwischen der Württembergischen Landesbühne sowie dem Amt für Bildung, Erziehung und Betreuung und dem Kulturamt der Stadt Esslingen statt.
Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Förderung in Höhe von 9.050 Euro aus dem Programm „Kinder und Kultur“ der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk sowie der Stiftung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen.
Büro des Oberbürgermeisters
