Mehr lachende Gesichter für Esslingen

Die Stadt Esslingen installiert in diesen Tagen neue Geschwindigkeitsdisplays in den Stadtteilen. Die Geräte messen und zeigen die Geschwindigkeit – sie blitzen aber nicht. 

Installtion des Displays bei Regenwetter, zwei Männer arbeiten auf einer Leiter.

Im Nieselregen steigen Francesco Orlando und Tobias Tenace auf die Leiter. Die Mitarbeitenden des Städtischen Baubetriebshofs montieren zunächst das Solarpanel, anschließend wird es mit dem Display verkabelt. Festschrauben, fertig. Das erste Auto fährt vorbei – und macht alles richtig: In der 30er-Zone vor dem Kindergarten Zollberg leuchtet dem Fahrer ein grüner Smiley entgegen.

Grün oder rot

Wer mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs ist, wird von einem grünen Gesicht angelächelt. Wer zu schnell fährt, sieht dagegen ein trauriges rotes Gesicht. Nach diesem einfachen Prinzip funktionieren die Geschwindigkeitsdisplays, deren Anzahl die Stadt jetzt deutlich erhöht hat. In enger Abstimmung mit den Bürgerausschüssen wurden neue Standorte festgelegt und zusätzliche Geräte beschafft. „Wir hatten bisher fünf Geräte, die wir rotierend alle vier bis sechs Wochen an anderen Standorten installiert haben“, erklärt Sebastian Stein, Leiter des städtischen Vollzugsdienstes. Zudem mussten bislang bei jedem Gerät alle 14 Tage die Akkus gewechselt werden.
Inzwischen wurde die Zahl der Displays auf 14 erhöht, zwölf davon werden mit Solarenergie betrieben. „Der große Vorteil dabei ist, dass der arbeitsaufwendige Akkuwechsel wegfällt“, sagt Stein. Außerdem bleiben die zwölf solarbetriebenen Geräte künftig jeweils etwa ein halbes Jahr an einem Standort, bevor sie versetzt werden. Installiert wurden die Anzeigetafeln in den vergangenen Tagen an neuralgischen Punkten, etwa vor Schulen und Kitas. Zwei weitere Geräte bleiben flexibel im Einsatz und werden dort angebracht, wo beispielsweise aus der Bürgerschaft Beschwerden über zu schnelles Fahren eingehen.

Displays als Ergänzung zu Blitzern

Welche Wirkung die Displays haben, beobachtet Sebastian Stein regelmäßig: „Tatsächlich führen die Smileys dazu, dass die Autofahrer ihr Tempo reduzieren.“ Er ist überzeugt, dass die Anlagen einen Beitrag zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr leisten. „Sie stellen eine sehr gute Ergänzung zu unseren übrigen Maßnahmen der Geschwindigkeitsüberwachung dar.“ 
Dazu gehören sieben stationäre Messanlagen, drei teilstationäre Trailer sowie zwei mobile Messteams. Die Anschaffung von zwei weiteren Trailern hat der Gemeinderat im Rahmen der Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 2026/27 beschlossen. „Ziel der Geschwindigkeitsüberwachungen ist es, die Lebensqualität vor Ort zu verbessern – etwa durch sichere Schulwege, weniger Unfälle und ruhigere Wohnstraßen“, betont Stein. Dass die Kontrollen notwendig sind, zeigen aktuelle Zahlen: Pro Jahr gibt es rund 160.000 Verfahren, weil Autofahrende gegen die zulässige Höchstgeschwindigkeit verstoßen haben. Im vergangenen Jahr wurden dadurch 5,8 Millionen Euro an Bußgeldern eingenommen. 
Die Smileydisplays selbst zeichnen zwar  Daten auf, ziehen jedoch keine Bußgelder nach sich. „Hier wird nur die Geschwindigkeit gemessen“, erläutert Stein. Und das bereits rund 50 Meter vor den Tafeln, die in etwa 2,50 Metern Höhe angebracht sind.
Wo die neuen Anzeigetafeln installiert wurden und wo im aktuellen Monat Geschwindigkeitsüberwachungen geplant sind, findet man hier: 

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(Erstellt am 28. Mai 2026)