Sicherheit rund um den Bahnhof erhöhen

Die Alkoholverbotszone im Bereich des Bahnhofsplatzes soll ausgeweitet werden. Unterdessen gibt es positive Entwicklungen im Treff am Bahnhof. 

Innenansicht Treff am Bahnhof

Mehr Klarheit, mehr Sicherheit: Der Verwaltungsausschuss hat im Rahmen der Vorberatung breite Zustimmung für die Anpassung der Polizeiverordnung und die Verlängerung der Alkoholverbotszone rund um den Esslinger Bahnhofsplatz signalisiert. Die endgültige Entscheidung trifft der Gemeinderat am 16. März. Künftig sollen die Regelungen zur Alkoholverbotszone in einer eigenen Verordnung gebündelt werden. Inhaltlich bleibt Bewährtes bestehen: Die Zone soll weiterhin vom 1. März bis 15. November täglich von 12 bis 1 Uhr gelten. Geplant ist zudem eine Ausweitung: Neben Bahnhofplatz und ZOB werden auch die Fleischmannstraße zwischen Berliner Straße und Bahnhofstraße sowie der Platz vor und neben dem Gebäude Bahnhofplatz 2 einbezogen. Mit einer klar abgegrenzten und gut beschilderten Zone sollen Konflikte reduziert und das Sicherheitsempfinden gestärkt werden.

Ordnungs- und Sozialpolitik Hand in Hand

„Ordnungs- und Sozialpolitik müssen hier Hand in Hand gehen“, sagt Yalcin Bayraktar, Bürgermeister für Ordnung, Soziales, Bildung, Kultur und Sport. So zeigt parallel ein anderes Projekt positive Wirkung: Der „Treff am Bahnhof“, den die Stadt gemeinsam mit der Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V. (eva) vor einem Jahr ins Leben gerufen hat, hat sich zu einem wichtigen Aufenthaltsort entwickelt. Ende letzten Jahres hatte der Ausschuss für Kultur, Sport und Soziales die Finanzierung einstimmig bis Ende 2027 verlängert.
Der Treff befindet sich in einem Containergebäude neben dem Fahrradparkhaus und ist an sechs Tagen pro Woche von 10 bis spätestens 22 Uhr geöffnet. Alkohol ist erlaubt, Cannabis nicht. Ziel ist ein geschützter Raum, der Eigenverantwortung und Teilhabe fördert – und zugleich den Bahnhofsvorplatz entlastet. Die positive Entwicklung zeigt sich besonders in der zunehmenden Selbstorganisation der Nutzerinnen und Nutzer. Zwei Personen haben in dieser Hinsicht eine besondere Verantwortung übernommen, einer von ihnen ist Joachim Wörner. Seit Anfang an verwaltet er die Schlüssel, öffnet und schließt die Räume eigenständig und übernimmt auch die Reinigung.

Gruppe übernimmt Verantwortung

„Ich freue mich sehr darüber, dass das Angebot so positiv angenommen wird und die Gruppe Verantwortung übernimmt“, erklärt Marius Osswald, Leiter des Amts für Soziales, Integration und Sport. Im Schnitt nutzen etwa 50 Personen täglich den Treff, darunter zunehmend auch Frauen. Übernachtungen finden nicht statt – mit regelmäßigen unangekündigten Kontrollen schaut ein Sicherheitsdienst hier vor allem nachts nach dem Rechten. „Bisher gab es keine Vorkommnisse“, erklärt Carolin Bischoff, Leiterin der Abteilung Soziale Beratung und Betreuung. Beschwerden aus der Nachbarschaft gebe es kaum. Wenn es während des Betriebs Schwierigkeiten gebe, sorgen die zwei Verantwortlichen dafür, dass wieder Ruhe einkehre. „Sie können notfalls auch ein Tagesverbot für einzelne Besucher aussprechen, Hausverbote können wir von Seiten der eva veranlassen“, erklärt Axel Glühmann, Abteilungsleiter der Dienste für Menschen in Armut, Wohnungsnot und Migration bei der eva. Einmal pro Woche schauen zwei Sozialarbeiterinnen im Treff vorbei. Passantinnen und Passanten seien oft neugierig und kommen hin und wieder mit den Nutzenden ins Gespräch: „Sie schauen dann gerne auch mal bei uns rein und manche bringen uns am nächsten Tag sogar mal eine Spende vorbei“, freut sich Joachim Werner. Ein neues Angebot ist das kostenlose Mittagessen, das einmal im Monat angeboten wird und ebenfalls auf Spendenbasis eines Gastronomen basiert.

Fachvorträge werden gewünscht

Für die wärmere Jahreszeit steht eine Sitzbankgarnitur bereit, um gemeinsame Zeit im Freien zu ermöglichen. Die Nutzerinnen und Nutzer des Treffs beteiligen sich aktiv an regelmäßigen Gesprächsrunden, bringen eigene Vorschläge ein. „Sie wünschen sich zum Beispiel Fachvorträge zu Aidsprävention, Sucht oder Tierschutz – viele bringen ihre Hunde mit“, berichtet Carolin Bischoff und Marius Osswald ergänzt: „Der Treff am Bahnhof steht und fällt mit dem Engagement der Nutzerinnen und Nutzer – und bislang läuft es richtig gut.“ Wie es nach 2027 weitergehe, werde man im Laufe des Jahres 2027 mit allen Beteiligten gemeinsam evaluieren.

Büro des Oberbürgermeisters

Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
Rathausplatz 2
73728 Esslingen am Neckar
Telefon 0711 3512-2570

Esslingen auf

social-media-icons wie im footer plus youtube

(Erstellt am 02. März 2026)