Esslingens neuer Blickfang enthüllt
Sonntag, später Vormittag, die Sonnenstrahlen klettern gerade über die historischen Dächer der Gebäude rings um den Rathausplatz. Hunderte Menschen versammeln sich an der Ecke zur Webergasse – und warten gebannt darauf, dass das große, rote Tuch gelüftet wird. Denn Kessler und der Esslinger Künstler Tim Bengel hatten zur feierlichen Enthüllung des Kunstwerks „Zwieblinger Teufel“ geladen.

Anlässlich des diesjährigen Jubiläums von 200 Jahren Sektkellerei Kessler hatte sich diese nämlich dazu entschlossen, der Stadt ein Geschenk zu machen. Daraufhin nahm sich Tim Bengel einer Geschichte an, die die meisten Esslingerinnen und Esslinger kennen dürften: Die Geschichte von den Esslingern und dem Teufel, die den Bewohnerinnen und Bewohnern bis heute den Spitznamen „Zwieblinger“ beschert.
„Mir geht es darum, dass diese Geschichte auch in den kommenden Generationen Teil der Esslinger Stadtidentität bleibt“, erklärt der Künstler. „Daher habe ich mich bewusst entschieden, den Teufel als Bösewicht zu zeigen – aber nicht als Held, sondern als Unterlegenen. Die Skulptur zeigt ihn in seinem Moment der Schwäche, überragt von einer Zwiebel und überlistet von den Esslingerinnen und Esslingern.“
Damit erklärt die Skulptur, die der Stadt gespendet wurde, eindrucksvoll und an prominenter Stelle, wieso ausgerechnet eine Zwiebel zu einem der Wahrzeichen Esslingens geworden ist. Schließlich besuchte der Teufel der Überlieferung nach einst den Markt der Stadt und bat darum, einen der roten Äpfel zu kosten. Eine kluge Marktfrau erkannte ihn jedoch an seinem Pferdefuß, weswegen sie ihm statt des erwarteten Apfels eine Zwiebel reichte – und ihn damit überlistete. Diese Geschichte über Einfallsreichtum und Mut wird den Esslingerinnen und Esslingern, aber auch den vielen Besucherinnen und Besuchern aus Nah und Fern künftig eindrucksvoll nähergebracht.
„Ich bedanke mich ganz herzlich bei Kessler für dieses außergewöhnliche Zeichen der Verbundenheit mit unserer Stadt“, freute sich Oberbürgermeister Matthias Klopfer bei der Einweihung. „Und ich bin überzeugt, dass diese Skulptur ein neuer Blickfang in Esslingen wird, ein identitätsstiftendes Zeichen, das uns stets daran erinnert, dass wir Esslingerinnen und Esslinger uns nicht so leicht unterkriegen lassen.“
Büro des Oberbürgermeisters
