Zum Tag des Notrufs: Wenn eine App Leben rettet
Am 11.2. wird der Europäische Tag des Notrufs begangen. Wer im Kreis Esslingen die 112 wählt, kommt in der Integrierten Leitstelle (ILSE) raus. Bei einem Herz-Kreislaufstillstand werden per App zudem Ersthelfende in der Nähe alarmiert.

In der Integrierten Leitstelle Esslingen, die im Gebäude der Feuerwehr Esslingen untergebracht ist, sitzen elf Mitarbeitende, die täglich rund 250 Notrufe entgegennehmen. „Bei einem plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand zählt jede Minute“, weiß Feuerwehrkommandant Oliver Knörzer. „Gerade deshalb ist es mir ein großes Anliegen, zum Tag des Notrufs am 11. Februar auf die Lebensretter-App aufmerksam zu machen.“ Die Alarmierung qualifizierter Ersthelfender über die App könne den entscheidenden Unterschied machen. „Kommt bei uns ein Notruf für einen Herz-Kreislaufstillstand rein, alarmiert unser System sofort auch die App der Region der Lebensretter“, erklärt Reiko Lange, stellvertretender Leitstellenleiter beim DRK. Pro Tag werden seine Kolleginnen und Kollegen zu ein bis zwei Einsätzen mit Herz-Kreislaufstillstand gerufen.
Wie funktioniert die App?
Um einen Herz-Kreislaufstillstand ohne bleibende Schäden zu überleben, ist eine sofortige Reanimation nötig: „Diese muss innerhalb von drei bis fünf Minuten erfolgen“, sagt Reiko Lange. Ein Rettungswagen braucht jedoch meist länger, durchschnittlich acht bis zwölf Minuten – abhängig vom Standort. Hier kommt die App des Vereins Region der Lebensretter ins Spiel: Qualifizierte Ersthelfende in unmittelbarer Nähe werden alarmiert und überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens. Sie eilen zu Fuß, per Rad oder mit dem Auto zum Notfallort. Per App wird ermittelt, welche drei Personen am besten geeignet sind: Zwei kümmern sich direkt um die Patientin oder den Patienten, eine holt den nächstgelegenen Defibrillator und bringt ihn zum Einsatzort. „Der Defi ist wichtig, aber noch wichtiger ist, dass zuerst mit dem regelmäßigen Drücken auf den Brustkorb begonnen wird“, betont Reiko Lange.
Erste-Hilfe-Kurs reicht nicht aus
Wer sich als Ersthelfer in der App registrieren möchte, muss medizinisch geschult sein. Geeignet sind Personen mit medizinischer oder notfallbezogener Ausbildung, die regelmäßig in Wiederbelebungsmaßnahmen geschult werden. Dazu zählen Rettungsdienstpersonal und Mitarbeitende aus Gesundheitsberufen ebenso wie Angehörige von Feuerwehr, Polizei, THW oder Bundeswehr, sofern sie die anerkannte Grundqualifikation in Basic Life Support (BLS) erworben und diese regelmäßig aufgefrischt haben.
Reiko Lange betont: „Die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislaufstillstand hängen entscheidend von der Qualität der Wiederbelebung ab, und qualifizierte Ersthelfende sind nachweislich eher bereit, im Notfall aktiv zu helfen.“
Dritthäufigste Todesursache
Mit mehr als 50.000 Fällen pro Jahr ist der Herz-Kreislaufstillstand die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Der Notfall tritt plötzlich auf: Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und fehlender Puls führen häufig zum Tod, obwohl potenzielle Helferinnen und Helfer in der Nähe sind. Nur rund zehn Prozent der Betroffenen überleben.
Der Verein sucht weitere Ersthelfende. Wer sich registrieren möchte, findet alle Informationen hier:
Büro des Oberbürgermeisters
