Philip Obaji Jr. erhält den Theodor-Haecker-Preis 2026
Der Journalist und Menschenrechtsverteidiger Philip Obaji Jr. wird mit dem „Theodor-Haecker-Preis der Stadt Esslingen am Neckar, internationaler Menschenrechtspreis für politischen Mut“ ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Außerdem wird die mit 1.500 Euro dotierte Theodor-Haecker-Ehrung an das integrative Theaterprojekt „Esslinger Suppkultur“ verliehen. Die Preisverleihung findet am Freitag, 24. April 2026 um 19 Uhr im Neckar Forum Esslingen (Ebershaldenstraße 12/ Hauffstraße) statt. Begrüßt werden die Gäste von Esslingens Oberbürgermeister Matthias Klopfer, moderiert wird der Abend von der SWR-Journalistin Nicole Köster. Die Laudatio auf den Preisträger Philip Obaji Jr. hält mit dem renommierten Journalisten Udo Lielischkies der ehemalige Leiter des ARD-Studios in Moskau.
„Die Stadt Esslingen am Neckar verleiht den Theodor-Haecker-Preis, um ein klares Zeichen zu setzen: Menschenrechte, Demokratie und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen immer wieder verteidigt werden“, betont Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Der Preis wird bewusst international vergeben an Menschen, die sich mit Mut und Überzeugung für diese Werte einsetzen.
Mit Philip Obaji Jr. aus Nigeria ehrt die Stadt Esslingen einen Journalisten, der unter großem persönlichem Risiko über Menschenrechtsverletzungen berichtet und Missstände öffentlich macht. Indem er die Mechanismen von Einschüchterung, Machtmissbrauch und Straflosigkeit in Mali und Zentralafrika aufdeckt, leistet er einen wichtigen Beitrag zum globalen Verständnis von Verantwortung, Transparenz und Rechtsstaatlichkeit. „Philip Obaji Jr. ermutigt uns, auch unser eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen“, so Oberbürgermeister Matthias Klopfer. „Denn das Schweigen über Missstände fördert Desinformation, gewaltsame Machtausübung und Konflikte, deren Folgen weit über die betroffenen Ländergrenzen hinausreichen.“ Der Theodor-Haecker-Preis zeigt, dass eine einzelne Stadt wie Esslingen globale Verantwortung übernehmen kann. Er verbindet internationale Themen mit lokaler Gemeinschaft – und macht deutlich: Menschenrechte gehen uns alle an.
Öffentliche Veranstaltungen im Aktionsprogramm
Mit einem umfangreichen Aktionsprogramm im Vorfeld der Preisverleihung werden der Theodor-Haecker-Preis und die Theodor-Haecker-Ehrung sowie die Themen und Anliegen der Preisträger:innen aktiv erlebbar und wirken mitten in die Esslinger Stadtgesellschaft hinein. Die öffentlichen Veranstaltungen sind kostenlos, es ist keine Anmeldung erforderlich.
Philip Obaji Jr. wird beim Politischen Forum am Mittwoch, 22. April um 19:30 Uhr im KOMMA (Maille 5-9) mit dem Journalisten Issio Ehrich und dem Juristen Dr. Paul Bornkamm über die Entwicklungen in West- und Zentralafrika sprechen. Es geht um politische Instabilität, antikoloniale Ressentiments und die Frage, welche Verantwortung Europa trägt.
Am Donnerstag, 23. April, zeigt das Kommunale Kino (Maille 4-9) um 18:30 Uhr die Dokumentation „Africa’s Ghost Reporters“, die einen Blick hinter die Kulissen organisierter politischer Desinformation wirft. Philip Obaji Jr., der den Film co-produziert hat, berichtet im Anschluss über seine Arbeit und stellt sich den Fragen des Publikums.
Außerdem besucht der Investigativjournalist in den Tagen vor der Preisverleihung einige Esslinger Schulen, an denen junge Menschen mit ihm direkt ins Gespräch kommen können.
Für Kinder ab 5 Jahren liest die Autorin Francine Feuné aus ihrer Geschichte „Peng Do‘, der kleine Albino“ vor, die zeigt, wie Vorurteile entstehen und wie Empathie, Bildung und Gemeinschaft Brücken zwischen Menschen bauen können. Die Kinderbuchlesung findet am Samstag, 18. April um 14 Uhr in der vhs am Eck (Strohstraße) statt.
Und bereits am Freitag, 17. April können Interessierte an einem offenen Angebot der „Esslinger Suppkultur“ teilnehmen. Dazu gibt es ab 18 Uhr einen Theaterworkshop in der Alten Spinnerei (Maille 3), und ab 20 Uhr sind die Teilnehmenden zum gemeinsamen Suppe-Essen eingeladen.
Über den Theodor-Haecker-Preis
Der Theodor-Haecker-Preis und die Theodor-Haecker-Ehrung erinnern an den Philosophen, Kulturkritiker und Schriftsteller Theodor Haecker (1879–1945), der einen großen Teil seines Lebens in Esslingen verbracht hat. Während des Nationalsozialismus war er mit Rede- und Publikationsverbot belegt. In dieser Zeit entstand sein wichtigstes Werk, die Tagebuchaufzeichnungen „Tag- und Nachtbücher“. Der christlich motivierten Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ galten die Ausführungen des Intellektuellen Haecker als wichtige Grundlage.
Seit der ersten Verleihung 1995 wurden zahlreiche internationale Persönlichkeiten ausgezeichnet, zuletzt die Berliner Frauenrechtlerin Seyran Ateş (2023), die belarussische Aktivistin Maria Kalesnikava (außer der Reihe 2022) und Rugiatu „Neneh“ Turay aus Sierra Leone (2020), die sich gegen weibliche Genitalverstümmelung einsetzt. Sie alle stehen beispielhaft für Mut, Zivilcourage und den Einsatz für Freiheit.
Stadt Esslingen am Neckar
Theodor-Haecker-Preis
Leitung Öffentlichkeitsarbeit Kulturamt
