Für Menschenrechte und für die Kultur
Der Kulturkritiker und Schriftsteller Theodor Haecker schrieb einst: „Die Menschen sind rar geworden, die an einem Wort erforschen, wieviel Wahrheit in ihm ist.“ Einer derer, die Wahrheit suchen, hinterfragen und Verantwortung übernehmen, ist der Journalist Philip Obaji Jr.. Dafür wurde er vergangene Woche mit dem „Theodor-Haecker-Preis der Stadt Esslingen am Neckar – Internationaler Menschenrechtspreis für politischen Mut“ ausgezeichnet und durfte sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen.

Der Nigerianer sprach nicht nur bei der Preisverleihung im Neckar Forum, sondern zuvor auch beim Politischen Forum im Komma und bei einer Filmvorführung im Kommunalen Kino über seine wichtige und gefährliche Berichterstattung über Verbrechen russischer Paramilitärs in West- und Zentralafrika. „Seit Jahren versuche ich, die Geschichten von Überlebenden von Massakern, Opfern von Folter und Vergewaltigung sowie von Familien, die durch Ausbeutung und Gewalt paramilitärischer Kräfte wie der Gruppe Wagner und ihrer Nachfolgeorganisationen auseinandergerissen wurden, hörbar zu machen.“ Und weiter: „Theodor Haeckers Vermächtnis erinnert uns daran, dass die Feder, wenn sie mit Wahrheit und moralischer Klarheit geführt wird, ein mächtiger Akt des Widerstands sein kann.“
Besonders und persönlich interessiert an der Arbeit des Preisträgers zeigten sich die Esslinger Jugendlichen, denen Philip Obaji bei einigen Schulbesuchen begegnete. Hier wurde erneut deutlich, wie relevant die Themen des Theodor-Haecker-Preises für Esslingen sind. Oberbürgermeister Matthias Klopfer sagte bei der Preisverleihung: „Menschenrechte sind nicht nur Aufgabe mutiger Einzelner, sondern auch unserer Gesellschaft und unserer politischen Entscheidungen. Nur wenn wir bereit sind hinzusehen, zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen, können wir die universellen Werte der Menschenrechte dauerhaft schützen.“
Deshalb wurde auch diesmal zusätzlich zum international vergebenen Theodor-Haecker-Preis die Theodor-Haecker-Ehrung verliehen. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Esslinger Suppkultur“, das bei der Preisverleihung mit einer starken Performance zeigte, welche Bedeutung integrative und verbindende Kunstprojekte für die Stadtgesellschaft haben – weil sie, wie auch Bürgermeister Yalcin Bayraktar betonte, „ein entscheidender Baustein für eine widerstandsfähige Gesellschaft sind, die sich gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung stellt.“ Mit einem flammenden Aufruf zur Unterstützung der Kultur endete so die Reihe der nachhaltig wirkenden Veranstaltungen zum Theodor-Haecker-Preis 2026.
Stadt Esslingen am Neckar
Theodor-Haecker-Preis
Leitung Öffentlichkeitsarbeit Kulturamt
