Bauen, Mobilität und Klimaschutz
Auch hier müüsen wir klar priorisieren: Im Hoch- und Tiefbau stehen dringend nötige Sanierungen im Fokus, in der Stadtplanung zentrale Projekte. Bei freiwilligen Leistungen wie Denkmalschutz und Gestaltungsbeirat sowie in der Grünpflege wird reduziert. Die Verkehrssicherheit bleibt gewährleistet, die Einsparungen werden aber sichtbar sein.
Beispiele:
- Priorisierung strategisch besonders wichtiger Projekte
- geringere Mittel für Entwicklungskonzepte in Stadtteilen, in Gewerbegebieten und bei standortbezogene Planungen
- die Überarbeitung des Einzelhandelskonzepts wird verschoben
- Untersuchungen zur möglichen U7-Verlängerung erfolgen mit dem Planungsfortschritt
Nicht betroffen sind die vorgesehenen Beiträge der Stadt zur Begleitung der Machbarkeitsstudie für die BUGA 2043 sowie damit verbundene weitere Untersuchungen.
Im Bereich Bauen, Mobilität und Klimaschutz streben wir mit vielen Einzelmaßnahmen eine insgesamte Einsparung in Höhe von 6.610.265 € an.
Vorschläge im Bereich Bauen
Tiefbauamt
Weniger Personalaufwand durch Fokusierung auf Pflichtaufgaben, verbunden mit
- Überprüfung und ggf. Reduzierung von Standards, wie z.B. Standorte und Leerung von Mülleimern
- Anpassung von Prozessen, z.B. der Erschließungsbeitragsabrechnung aufgrund veränderter Rechtslage
- gezielten Bündelung von Aufgaben über alle Bereiche hinweg (Querschnittsaufgaben, Straßen, Brücken, Kanal und Bauhof)
- Zusammenlegung von Rechnungswesen und zentralen Funktionen zur effizienteren Organisation
- Synergien der Assistenzkräfte im Technischen Rathaus und Bauhof
Einsparpotential bis 2029
-803.296 €
Stadtplanungsamt
Um die wichtigsten gesetzlichen Aufgaben weiterhin erfüllen zu können, werden Leistungen im Bereich Stadtentwicklung, Umwelt und Geodaten stärker priorisiert und interne Abläufe neu organisiert.
Beispiele:
- weniger neue Bebauungsplanverfahren und stärkere Priorisierung laufender Projekte
- eingeschränkte Beratung bei Fragen des Immissionsschutzes
- reduzierte Serviceleistungen im Bereich Geodaten und Planungsauskunft
- interne Aufgaben werden stärker gebündelt und zwischen Abteilungen neu verteilt
- Aufgaben aus dem Bereich Zeichnung und Planung werden teilweise in das Geodatenmanagement integriert
- Prozesse und Standards werden vereinfacht
Einsparpotential bis 2029
-478.459 €
Einwegkunstofffondsgesetz
Seit 2024 sind Hersteller von Einwegkunststoffprodukten, beispielsweise To-Go-Lebensmittelbehältern, zur Zahlung einer Abgabe in den Einwegkunststofffonds verpflichtet. Kommunen haben die Möglichkeit, aus diesem Fonds anteilige Mittel abzurufen. Diese orientieren sich an der tatsächlich anfallenden Abfallmenge sowie der Größe der zu reinigenden Flächen.
Einsparpotential bis 2029
-400.000 €
Baurechtsamt
Um Personalressourcen zu bündeln und wichtige Pflichtaufgaben weiterhin erfüllen zu können, werden Arbeitsabläufe im Baurechtsamt vereinfacht und Schwerpunkte stärker auf sicherheitsrelevante Aufgaben gelegt. Für Bürgerinnen und Bürger kann dies unter anderem zu längeren Bearbeitungszeiten und eingeschränkten Serviceangeboten führen. Gleichzeitig sollen Prozesse künftig stärker durch Digitalisierung und KI unterstützt werden.
Beispiele:
- Personaleinsparungen in mehreren Bereichen
- Konzentration auf bausicherheitsrelevante Aufgaben
- Beratungsangebote, für die keine gesetzliche Pflicht besteht, werden eingeschränkt
- reduzierte Sprechzeiten im Bürgerbüro Bauen
- Einschränkung der internen und externen Bauberatung
- eingeschränkte Außenkontrollen, etwa bei Kleinbauten, Veranstaltungen oder fliegenden Bauten
Einsparpotential bis 2029
-361.020 €
Fuhrpark
- Effizientere Nutzung der geleasten PKWs und Verkleinerung des gesamtstädtischen Fuhrparks
- gezielte Erneuerung vorhandener, jedoch alter und reparaturanfälliger Fahrzeuge reduziert langfristig die Aufwendungen für den Unterhalt
- Verzicht auf eine große Kehrmaschine durch optimierte Einsatzplanung der vorhandenen Kehrmaschinen
Einsparpotential bis 2029
-317.185 €
Geschäftsstelle Gutachterausschuss
Bauleitplanung
Projekte der Stadtplanung werden künftig stärker priorisiert. Bestehende Planungen werden gezielt weitergeführt, neue Verfahren nur eingeschränkt begonnen.
Beispiele:
- Anpassungen im Flächennutzungsplan 2030 erfolgen mit laufenden Bebauungsplanverfahren
- bei Bebauungsplänen werden wichtige städtische Projekte priorisiert
- neue Bebauungsplanverfahren für private Vorhaben werden in Rechnung gestellt
- Mittel für zusätzliche Bebauungspläne sowie Fachgutachten und Analysen werden reduziert
Einsparpotential bis 2029
-72.000 €
Denkmalschutz
Weniger freiwillige Leistungen und eingeschränkte Unterstützung, bestimmt Projekte, Veranstaltungen und fachliche Angebote werden künftig nur noch eingeschränkt umgesetzt.
Beispiele:
- geringere Ausgaben für freiwillige Sach- und Dienstleistungen sowie Zuschüsse
- weniger Mittel für Forschungs-, Dokumentations- und Restaurierungsarbeiten an Kulturdenkmalen
- eingeschränkte Unterstützung bei Schäden an Kulturdenkmalen, z. B. nach Bränden
- weniger bauhistorische und restauratorische Untersuchungen sowie Dokumentationen, insbesondere bei gefährdeter Denkmalsubstanz
- Veranstaltungen, Tagungen und Ausstellungen benötigen künftig finanzielle Unterstützung Dritter, was die fachliche Vernetzung eingeschränken könnte
- weniger Förderung und Begleitung der Bildungsarbeit der Jugendbauhütte und praktischer Seminarangebote zur Vermittlung traditioneller Bau- und Handwerkstechniken
Einsparpotential bis 2029
-52.379 €
Stadtteilentwicklung
Um finanzielle und personelle Ressourcen gezielt einzusetzen, werden Mittel für Stadtentwicklungs- und Planungskonzepte reduziert und stärker auf besonders wichtige Vorhaben konzentriert. Weniger dringende Projekte werden zeitlich verschoben, zentrale Entwicklungsziele bleiben jedoch weiterhin gesichert.
Einsparpotential bis 2029
-50.000 €
Gestaltungsbeirat
Auf die dauerhafte Einrichtung und Finanzierung eines festen Gestaltungsbeirats wird verzichtet.
Wie bisher erfolgt eine bedarfsorientierte Einbindung des mobilen Gestaltungsbeirats bei bedeutenden Bauvorhaben. Dadurch können Ressourcen gezielt auf wichtige Projekte – etwa im Rahmen des Bauturbos – konzentriert werden.
Einsparpotential bis 2029
-10.000 €
Stadtgestalterische Konzepte
Projekte zur gestalterischen Weiterentwicklung der Innenstadt und der Stadtteilzentren werden verschoben oder zurückgestellt. Der Fokus liegt auf notwendigen Maßnahmen und einer schrittweisen Umsetzung.
Beispiele:
- das Gesamtkonzept für die Innenstadt und die Beauftragung eines externen Fachbüros zur Abstimmung der Maßnahmen wird zeitlich verschoben
- Projekte zur gestalterischen Aufwertung von Stadtteilmitten wie Beleuchtungs- und Gestaltungskonzepte für öffentliche Räume werden zurückgestellt
Maßnahmen der Lichtleitplanung, die aus Erträgen der Beherbergungssteuer finanziert werden, können umgesetzt werden.
Vorschläge im Bereich Grünflächen
Unterhalts- und Pflegemaßnahmen
Konzentration auf attraktive und stark frequentierte Bereiche mit hoher Außenwirkung. Gut ausgestattet und gepflegt bleiben weiterhin:
- Maille-Park
- Esslinger Burg
- die innerstädtischen Schulen
- städtische Friedhöfe
Nutzbarkeit und Verkehrssicherheit der städtischen Grünanlagen und -flächen bleiben jederzeit gewährleistet. Darüber hinaus wird/werden
- die Steillagenbewirtschaftung der Weinberge wird weiterhin gefördert
- im Rahmen des Bundesförderprogramms 200 neue Klimabäume gepflanzt
- für die Anpassung der Innenstadt an die Herausforderungen des Klimawandels und zur Verbesserung der Lebensqualität Trinkwasserbrunnen errichtet
- Flächen entsiegelt und wieder begrünt
- im Stadtwald durch nachhaltige Bewirtschaftung die umfangreichen Schutz- und Erholungsfunktionen für Natur und Bürgerschaft sichergestellt
Das städtische Förderprogramm „Vitale Bäume“ auf privaten Grundstücken wird ausgesetzt.
Einsparpotential bis 2029
-813.294 €
Temporäre Gestaltungsmaßnahmen
Zur Reduzierung von Kosten werden im Bereich der städtischen Grün- und Gestaltungsmaßnahmen vorübergehend bestimmte zusätzliche Verschönerungen eingeschränkt oder ausgesetzt. Diese Maßnahmen betreffen ausschließlich freiwillige Gestaltungs- und Verschönerungselemente. Sie sind nicht dauerhaft und können bei Bedarf wieder zurückgenommen werden.
Beispiele:
- Verzicht auf Balkonpflanzen am Neuen Rathaus ab 2026
- Wegfall der Innenraumbegrünung im Neuen Rathaus, Technischen Rathaus und Bürgerbüro ab 2027
- Keine zusätzlichen Sitzbänke oder Sitzgelegenheiten in bestehenden Parkanlagen
- Anpassung der Blumenbepflanzung (Wechselflor) am Schelztorturm
- Reduzierung der Pflegeintensität in Grünanlagen, z. B. selteneres Mähen von Wiesenflächen
- Verringerung mobiler Begrünung im Stadtbild sowie weniger Nachpflanzungen junger Bäume
Einsparpotential bis 2029
-319.155 €
Ökologische Aufwertung
- Auf schwächer frequentierten Flächen wird die Anzahl der Pflegegänge moderat reduziert. Daraus ergeben sich ökologische Aufwertungen bei gleichzeitiger Kostenersparnis.
- Im Friedhofsbereich werden durch konsequente Mülltrennung Kosten gespart sowie die Umwelt entlastet.
- Überdurchschnittlich ausgestattete Spielplätze und Schulhöfe im Stadtgebiet werden stufenweise reduziert.
Einsparpotential bis 2029
-259.460 €
Personal- und Maschineneinsatz
Durch eine bessere Organisation und den flexiblen Einsatz von Personal und Arbeitsmitteln können Aufgaben auch bei notwendigen Einsparungen weiterhin zuverlässig erfüllt werden.
Beispiele:
- Mitarbeitende werden je nach Bedarf auch bereichsübergreifend eingesetzt (z. B. in der Baumpflege oder bei der Verkehrssicherung)
- Arbeitsabläufe werden einheitlicher und klarer strukturiert, um effizienter zu arbeiten Einsätze werden besser geplant, sodass Personal gezielter eingesetzt werden kann
- Geräte, Maschinen und Arbeitsmaterialien werden gemeinsam genutzt, statt mehrfach angeschafft zu werden
Einsparpotential bis 2029
-212.396 €
Bestattungen
Im Bereich der Friedhöfe werden neue Angebote geschaffen, die besser auf die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger eingehen und gleichzeitig zusätzliche Einnahmen ermöglichen.
Beispiele:
- Anpassung der Friedhofsgebühren, sodass Leistungen kostengerechter abgerechnet werden
- Einrichtung eines kommunalen Bestattungswaldes ab 2029
Die Mehreinnahmen dieses neuen, alternativen Bestattungsangebots werden gezielt für Pflege und Verkehrssicherung eingesetzt und gleichen dadurch steigende Kosten teilweise aus.
Vorschläge im Bereich Mobilität
Abschaffung Stadtticket
Das vergünstigte Tagesticket sowie das Tagesgruppenticket werden zum 31.12.2027 eingestellt. Bereits in den Jahren davor wird das Angebot schrittweise reduziert, da der Bedarf sinkt.
Damit reduzieren sich die Ausgaben in diesem Bereich, während sich gleichzeitig die allgemeinen Ticketpreise ab 2026 moderat anpassen.
Einsparpotential bis 2029
-760.000 €
Straßen, Geh- und Wirtschaftwege
Reduzierung der Sanierungsmaßnahmen, jedoch Sicherstellung der Verkehrssicherheit als Pflichtaufgabe. Sanierungs- und Unterhaltungsmaßnahmen, die über das rechtlich erforderliche Maß hinausgehen (z.B. Beiläufe), können künftig nur noch in deutlich reduziertem Umfang durchgeführt werden.
Einsparpotential bis 2029
-751.286 €
Straßenbeleuchtung und Ampeln
Auf Basis der bisherigen Verbrauchswerte führen die neuen Verträge zu einer Verringerung der absoluten Stromkosten im Vergleich zu den ursprünglich veranschlagten Kosten.
Die schrittweise Umrüstung veralteter und störanfälliger Beleuchtungsanlagen auf moderne Systeme führt mittelfristig zu einer Reduzierung des Unterhaltungsaufwands.
Einsparpotential bis 2029
-303.755 €
Mobilitätsplanung
Im Bereich der Verkehrsplanung werden künftig weniger umfangreiche Planungen und Konzepte erstellt, um Personalressourcen zu reduzieren. Sicherheits- und zukunftsrelevante Aufgaben bleiben dabei weiterhin gewährleistet.
Beispiele:
- Reduzierung der Anzahl und Tiefe von Konzepten für Rad-, Fuß- und ruhenden Verkehr
- Wegfall einer von drei Planstellen
- Bis 2027 Schwerpunkt auf grundlegende Konzepte und Analysen, z. B. Klimamobilitätsplan oder Parkraumkonzepte
- Ab 2027 stärkere Fokussierung auf konkrete Verkehrsplanungen aus bestehenden Konzepten
Laufende Aufgaben wie Verkehrszählungen, Modellierungen und Bürgerbeteiligung werden weiterhin durchgeführt, jedoch mit geringerem Umfang bei Konzeptentwicklungen.
Einsparpotential bis 2029
-158.998 €
Parkgebühren
Digitale Busbeschleunigung
Aufzug Pliensaubrücke
ÖPNV
Adenauerbrücke
Vorschläge im Bereich Klimaschutz
Klimaschutz
Aufgrund reduzierter personeller und finanzieller Ressourcen können künftig einige Analysen und Konzepte nur noch eingeschränkt bearbeitet oder nicht mehr fortgeführt werden. Dies betrifft unter anderem folgende Bereiche:
- eingeschränkte Grundlagenanalysen zum Klimamobilitätsplan und zum Nahmobilitätskonzept
- Wegfall von Analysen zu den Kosten der Klimaneutralität
- Wegfall von Prüfungen zur Einhaltung der Klimapfad-Ziele
- keine Berechnung der CO₂-Emissionen einzelner Maßnahmen aus dem Integrierten Kommunalen Klimaschutzkonzept
- Reduzierung des Personals auf 80 % einer Vollzeitstelle ab November 2029
Sonstiges
Mobiler Zufahrtsschutz
Kanu-Zugangsstellen in der Kanallandschaft
ZOB-Dach
Die Unterseite des ZOB-Daches wurde bisher anlassbezogen – etwa alle fünf Jahre – gereinigt. Diese Vorgehen wird beibehalten und auch künftig auf eine zusätzliche regelmäßige Reinigung im Zweijahresrhythmus verzichtet.
Einsparpotential im Jahr 2029
0 €
Hinweis:
Kein weiterer finanzieller Effekt im Zieljahr, da die Anpassung der Reinigungszyklen bereits 2028 umgesetzt wurde.