Wie sich die Pliensauvorstadt entwickeln soll
Wie sieht die Pliensauvorstadt im Jahr 2040 aus und wie soll der Stadtteil bis dahin weiterentwickelt werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines umfangreichen Planungs- und Dialogprozesses, an dem Stadtverwaltung, Bürgerschaft und politische Vertreterinnen und Vertreter beteiligt waren. Das Ergebnis ist das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK), das der Gemeinderat nun beschlossen hat.

„Mit dem ISEK haben wir eine klare Zukunftsperspektive für die Pliensauvorstadt erarbeitet“, sagt Bürgermeister Hans-Georg Sigel. „Die damit verbundenen Ziele haben wir gemeinsam mit der Bürgerschaft und dem Gemeinderat entwickelt, sie geben dem Stadtteil jetzt Verbindlichkeit und eine klare Richtung.“
Jung, grüner, aktiver
Das Entwicklungskonzept bündelt die wichtigsten Ziele für die kommenden Jahre in fünf Handlungsfeldern: Wohnen, Mobilität, Städtebau und Freiraum, soziale Infrastruktur sowie Gewerbe und Energie. Es beschreibt unter anderem, wie bedarfsgerechter Wohnraum geschaffen, klimafreundliche Mobilität gestärkt, öffentliche Räume verknüpft sowie mit einem neuen Platz am Roser-Denkmal weiterentwickelt und Bildungs- und Betreuungsangebote bedarfsgerecht ausgebaut werden können. Gleichzeitig setzt das Konzept Impulse für klimagerechte Quartiere, eine wohnortnahe Versorgung und lokale Wirtschaft.
Das Zielbild für die Pliensauvorstadt lässt sich wiederum in drei Worten zusammenfassen: jung, grüner, aktiver. Der Stadtteil ist bereits heute familienfreundlich und engagiert. Daran soll angeknüpft werden. In versiegelten Kernbereichen sollen vorhandene Grünstrukturen und zugängliche Innenhöfe aufgewertet und besser vernetzt werden. Auch die Anbindung an die Innenstadt und die Nachbarstadtteile spielt eine wichtige Rolle – nicht zuletzt mit Blick auf eine Bundesgartenschau 2043 in Esslingen.
„Uns war wichtig, nicht nur einzelne Projekte zu betrachten, sondern den Stadtteil als Ganzes“, erklärt Axel Fricke, Leiter des Stadtplanungsamts. „Die Pliensauvorstadt soll in ihrem Gefüge stark bleiben und gleichzeitig besser mit ihrem Umfeld verbunden werden.“
Mehr Qualität für neue Quartiere
Umnutzungsflächen wie das Roser-Areal, das Nürk-Areal oder ein künftiges Quartier an der Weilstraße bieten viel Potenzial. Für die Stadt geht es dabei aber nicht nur um dringend benötigten Wohnraum und eine stabile Grundversorgung, sondern um die Lebensqualität insgesamt: um gute Wege, hohe Aufenthaltsqualität und grüne Bezüge. Auch ein grüner Mittelpunkt für das Stadtteilleben bleibt hier ein Thema und soll Berücksichtigung finden.
Ebenso entscheidend ist die soziale Infrastruktur. Mit neuen Wohnungen müssen auch die passenden Betreuungs- und Bildungsangebote wachsen – etwa Kitas oder ergänzende soziale Einrichtungen. Auch die Erweiterung der Pliensauschule ist deshalb Teil des Zielbilds. Dies reicht aus, da der aktuelle Bedarf aus dem Stadtteil ansonsten zurückgeht.
Erste Maßnahmen laufen
Erste Schritte werden bereits umgesetzt, darunter die Instandsetzung des „Roten Platzes“, die „Mobile Jugendarbeit“ oder das gestartete Parkraumkonzept für den Kernbereich des Stadtteils und die Gewerbezone. Auch das geplante „Bewegungsband“ ist ein Beispiel dafür, wie eine Idee der „Sozialen Stadt“ weiter in die Ziele und das Maßnahmenprogramm und damit konkrete Planungen des ISEK einfließen: Es soll begrünte Aufenthalts- und Bewegungsräume verknüpfen und ist Bestandteil des Klimamobilitätsplans.
Wie der zeitgleich vorgelegte erste Monitoringbericht zeigt, wird das Entwicklungskonzept bereits in vielen Bereichen der Verwaltung berücksichtigt: „Wir sehen bereits jetzt, dass alle Ämter und Stabstellen das ISEK in der täglichen Arbeit aufgreifen und das abgestimmte Maßnahmenprogramm Schritt für Schritt umsetzen“, berichtet Axel Fricke.
Orientierung für Bürgerinnen und Bürger
Für die Bewohnerinnen und Bewohner schafft das ISEK zunächst einmal Transparenz: Es zeigt auf, welche Entwicklung gewünscht ist. „Und es dient künftig als strategischer Orientierungsrahmen für Planungen und Projekte, über die der Gemeinderat im Einzelfall entscheiden wird“, kündigt Bürgermeister Hans-Georg Sigel an. „Es gibt uns eine Richtung vor und allen Beteiligten Verlässlichkeit.“
Mit dem Beschluss des Gemeinderats ist der Prozess nicht abgeschlossen. Der Dialog mit der Bürgerschaft wird weiter fortgesetzt. Nach der Sommerpause wird das ISEK im Jugendgemeinderat vorgestellt, für Herbst ist eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant. Damit bleibt die Entwicklung des Stadtteils ein zentrales Thema, das weiter gemeinsam mit der Bürgerschaft begleitet wird - Schritt für Schritt in Richtung Pliensauvorstadt 2040.
Büro des Oberbürgermeisters
