Wann es auf dem Hochschulareal weitergeht
Der Umzug der Hochschule Esslingen von der Flandernstraße an den neuen Standort in der Weststadt verschiebt sich. Die Verwaltung hat vor kurzem in zwei Ausschüssen berichtet, wie die anspruchsvolle Vermarktung der Fläche vorbereitet wird.

Fest steht: der bisherige Zeitplan für die Entwicklung des Geländes – der abhängig von den Plänen des Landes Baden-Württemberg ist – verschiebt sich: „Die Hochschule Esslingen wird voraussichtlich erst zum Wintersemester 2027/2028 an den neuen Standort in die Weststadt umziehen“, berichtete Erster Bürgermeister Ingo Rust. Eine Übergabe des Geländes vom Land an die Stadt Esslingen sei dann im Anschluss geplant, „ein konkretes Datum steht allerdings noch nicht fest“.
Damit hat die Stadtverwaltung zunächst etwas Zeit gewonnen, die Vermarktung des komplexen Geländes vorzubereiten. Auf der Flandernhöhe sollen rund 500 neue Wohneinheiten entstehen, ein Teil der Bestandsgebäude soll dafür wiederverwendet werden. „Unser Ziel ist es, dass die Stadt das Gelände nur kurz im Eigentum hat, denn Wohnungen werden aktuell dringend gebraucht und der Unterhalt der riesigen Fläche kostet in der Zwischenzeit enorm viel“, sagte Ingo Rust. Um die umfangreichen vorbereitenden Planungen voranzubringen, wurde in der Stadtverwaltung ein Lenkungskreis für die Flandernhöhe eingerichtet.
Unter anderem wird derzeit eine Grundsatzvorlage für den Gemeinderat vorbereitet, die Mitte des Jahres in die kommunalpolitischen Gremien eingebracht wird. Mit dieser wird die städtebauliche Konzeption und das grundsätzliche Prozedere der Vermarktung und der Entwicklung des Areals festgelegt.
Im Vorfeld der Vermarktung müssen noch zahlreiche Detailfragen geklärt werden: wie ist der Zustand der Anschlüsse an die umgebende Verkehrs- und Entwässerungsnetze, wie sieht es aus mit der Wärmeversorgung, wo könnte eine Kindertagesstätte untergebracht werden? Angestrebt wird, nach einem Gemeinderatsbeschluss ein erstes größeres Baufeld anzubieten. „Wir möchten das Areal abschnittsweise vermarkten und damit den Verkauf erleichtern“, sagte Ingo Rust. Der Erste Bürgermeister berichtete zudem, dass ein Arbeitskreis des Gemeinderats den Prozess begleiten soll und weitere Bürgerdialoge geplant sind. „Unser Ziel ist es, dass 2028 mit den ersten Hochbauvorhaben begonnen wird.“
Rund ein Jahr ist es her, dass der Siegerentwurf für das ehemalige Hochschulareal gekürt wurde. Dieses Konzept der beiden siegreichen Büros Octagon und studiofutura beruht auf fünf Thesen: Baumbestand und Grünflächen erhalten, möglichst keine Neuversiegelung, bestehende Infrastruktur nutzen, Potenziale erkennen und schließlich kein Abriss, sondern das Prinzip „on top“.
So sieht der Entwurf vor, die zentralen Gebäude wie Akropolis oder Mensa zu erhalten. Um genügend Raum für hunderte neue Wohnungen zu schaffen, ist eine Aufstockung der bestehenden Gebäude geplant – ausgenommen sind die Akropolis und das Mensagebäude. Weitergenutzt werden könnte auch das vorhandene Parkhaus, das zum Parken für mehrere umliegende Gebäude genutzt und durch Wohnnutzungen aufgestockt werden kann.
Am westlichen Abschnitt des Areals sollen neue Wohngebäude entstehen, die eine Verbindung zum angrenzenden Bestandsquartier herstellen. Der bestehende Grünstreifen zwischen Rotenackerstraße und ehemaliger Hochschule bleibt von Bebauung unberührt. Die vielen Bäume in diesem Bereich sollen auch in Zukunft Schatten spenden und als parkähnliche Fläche das dortige Mikroklima verbessern. Großzügige öffentliche Plätze und Räume sollen die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner zu Begegnungen im neuen Stadtquartier einladen.
Dieser Siegerentwurf wird aktuell zum Rahmenplan überarbeitet und soll im Zuge der Grundsatzvorlage veröffentlicht werden. Dieser Rahmenplan soll dann als Leitlinie für die Umsetzung des Projekts in den kommenden Jahren dienen. Für die einzelnen Hochbaumaßnahmen müssen im Zuge der Vermarktung Bauherren gefunden werden, die ihre Sicht in die Planung einbringen werden. Im Zuge der Vermarktung sind deshalb noch Änderungen an den Einzelheiten der Konzeption wahrscheinlich.
Büro des Oberbürgermeisters
