Landenberger-Preis

Dr. Fritz-Landenberger-Preis

Die Esslinger Kulturwissenschaftlerin und Historikerin Frau Dr. Gudrun Silberzahn-Jandt erhält den Dr. Fritz-Landenberger-Preis 2016 für die Erforschung der Stadtgeschichte.

Am 28. Januar 2016 wurde im Bürgersaal des Alten Rathauses der „Dr. Fritz-Landenberger-Preis für die Erforschung der Stadtgeschichte“ an die Esslinger Kulturwissenschaftlerin und Historikerin Frau Dr. Gudrun Silberzahn-Jandt für ihre Monographie „Esslingen am Neckar im System von Zwangssterilisation und ‚Euthanasie‘ während des Nationalsozialismus. Strukturen - Orte - Biographien“ verliehen, die 2015 als Band 24 der Schriftenreihe der Esslinger Studien erschienen ist.

Bei der durch Robert Bärwald mit Werken von Arnold Schönberg und Frederic Chopin auf dem Klavier umrahmten Veranstaltungen betonte Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger als Vorsitzender der Stiftung insbesondere die Bedeutung des Werks für die Erforschung der Geschichte Esslingens in der NS-Zeit.

Die Laudatio hielt mit Prof. Dr. Dieter Langewiesche, Prof. em. für neuere Geschichte an der Universität Tübingen, einer der renommiertesten deutschen Historiker für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.

Preisträger

Jahr Preisträger Thema
2015 Patrick Sturm Leben mit dem Tod in den Reichsstädten Esslingen, Nördlingen und Schwäbisch Hall. Epidemien und deren Auswirkungen vom frühen 15. bis zum frühen 17. Jahrhundert (Dissertation)
2011 Iris Holzwart-Schäfer Das Karmelitenkloster in Esslingen (1271-1557). Ein südwestdeutscher Mendikantenkonvent zwischen Ordensideal und Alltagswirklichkeit (Dissertation)
2010 Elisabeth Timm Zwangsarbeit in Esslingen 1939-1945. Kommune, Unternehmen und Belegschaften in der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft (Dissertation)
2000 Moritz Freiherr v. Campenhausen Der Klerus der Reichsstadt Esslingen 1321-1531. Das Verhältnis des Rates zu den Geistlichen von der Kapellenordnung bis zur Reformation (Dissertation)
1999 Karin Reichardt Die Portale der Esslinger Frauenkirche. Ikonographie und Stil (Dissertation)
1994 Joachim Hahn Jüdisches Leben in Esslingen. Geschichte, Quellen und Dokumentation
1992 Günter Jerouschek Die Hexen und ihr Prozeß. Die Hexenverfolgung in der Reichsstadt Esslingen (Habilitation)
1991 Horst Glück Parteien, Wahlen und politische Kultur in einer württembergischen Industrieregion. Die Stadt Esslingen und der mittlere Neckarraum (Dissertation)
1989 Sylvia Schraut Sozialer Wandel im Industrialisierungsprozeß. Esslingen 1800 – 1870 (Dissertation)
1987 Tilman Matthias Schröder Das Kirchenregiment der Reichsstadt Esslingen. Grundlagen - Geschichte - Organisation (Dissertation)
1984 Hans Koepf
für seine Arbeiten zur mittelalterlichen Baugeschichte
1983 Otto Borst
für seine Arbeiten zur Esslinger Stadtgeschichte
1982 Henrich Tiessen Industrielle Entwicklung, gesellschaftlicher Wandel und politische Bewegung einer württembergischen Fabrikstadt des 19.Jahrhunderts. Esslingen 1848 - 1914

Fritz Landenberger

Fritz Landenberger in seiner Bibliothek in den 1970er Jahren

ausführliche Vita (274 KB)

  • 1892 geboren in Schramberg
  • 1912/13 Medizinstudium in München
  • Freiwilliger im ersten Weltkrieg
  • 1919 Facharztausbildung zum Augenarzt
  • Mitglied der DDP in den zwanziger Jahren
  • April 1945 Ernennung zum Landrat im Kreis Esslingen
  • September 1945 Ernennung Oberbürgermeister von Esslingen
  • 1948 praktizierender Augenarzt in Esslingen
  • verstorben am 5. April 1978

Landenberger Preis

1978 vermachte Fritz Landenberger sein Vermögen testamentarisch je zur Hälfte seiner Heimatstadt Schramberg und seiner Hauptwirkungsstätte Esslingen für "kulturelle traditionsfördernde Zwecke".

Seit 1982 lobt die Stadt Esslingen den "Dr. Fritz Landenberger-Preis zur Förderung der Esslinger Stadtgeschichtsforschung" aus, um  Forscherinnen und Forscher für herausragende Beiträge zur Geschichte Esslingens auszuzeichnen.

Der Leiter des Stadtarchivs, in dessen Schriftenreihe "Esslinger Studien" die Arbeiten erscheinen, schlägt den / die Preisträger/in vor.

In der Vorstandssitzung der Landenberger Stiftung, deren Vorsitzender der Oberbürgermeister ist, wird über die Vergabe des Preises abgestimmt.

Der Preis ist dotiert mit 5000 €.

Dr. Fritz-Landenberger-Stiftung

Die Stiftung vergibt außerdem beispielsweise Zuschüsse für die "Esslinger Studien" und für wichtige Restaurierungsprogramme des Stadtarchivs, unterstützt das Stadtmuseum und fördert Einzelprojekte wie das historisch-kulturelle Langzeitprojekt "52 x Esslingen und der Erste Weltkrieg".

Über die Vergabe der Fördermittel entscheidet der Stiftungsvorstand.


Info

Kontakt

Stadtarchiv
Stadtarchiv
Georg-Christian-von-Kessler-Platz 10
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 35 12-25 30
Fax (07 11) 35 12-55 26 13
Dr. Joachim J. Halbekann

Archivleitung

Telefon (07 11) 35 12-31 82

Link

www.stadtarchiv.esslingen.de