Elfa D'Avis
Mit ihrem Vorhaben, den mittelalterlichen Weinbau in Baden-Württemberg archäologisch zu untersuchen und dabei die ehemalige Reichsstadt Esslingen als Ausgangspunkt zu nehmen, überzeugte Elfa D'Avis die Jury und wurde zur Hochwacht-Stipendiatin 2026 bestimmt.

Elfa D’Avis studierte von 2019 bis 2023 Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters im Bachelor und studiert seit 2023 Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit im Master an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Ihre Studienschwerpunkte liegen in der Mittelalterarchäologie und der Archäobotanik. Im Verlauf ihres Studiums erwarb sie Kenntnisse in zentralen Themenfeldern der Mittelalterarchäologie, darunter Stadt- und Siedlungsarchäologie, die Erforschung des mittelalterlichen Handwerks und Alltags, Bauforschung sowie museologische und denkmalpflegerische Fragestellungen. Darüber hinaus setzte sie sich mit methodischen Ansätzen der archäologischen Quellenkritik, der Fundanalyse und der interdisziplinären Auswertung archäologischer Befunde auseinander.
In ihrer kurz vor dem Abschluss stehenden Masterarbeit beschäftigt Elfa D'Avis sich mit der Auswertung pflanzlicher Makroreste aus einer mittelalterlichen Latrine in der Adlerstraße 2 in Esslingen. Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Rekonstruktion von Ernährungsgewohnheiten, Alltagspraktiken und dem Umgang mit pflanzlichen Ressourcen im städtischen Kontext des Mittelalters. Perspektivisch strebt sie eine Promotion im Bereich der Mittelalterarchäologie mit einem Schwerpunkt auf der Nutzung pflanzlicher Ressourcen an.
Forschungsprojekt
Archäologische Untersuchung des mittelalterlichen Weinbaus in Baden-Württemberg mit dem Ausgangspunkt der ehemaligen Reichsstadt Esslingen
Elfa D'Avis möchte für ihre Dissertation den mittelalterlichen Weinbau in Baden-Württemberg – mit dem Ausgangspunkt der ehemaligen Reichsstadt Esslingen – archäologisch erforschen. Die Perspektive der Mittelalterarchäologie sowie der interdisziplinäre Forschungsansatz unter Einbeziehung verschiedener Quellen und Befundarten verspricht neue Erkenntnisgewinne zu Weinanbau, Nutzung des Weins, Weinherstellung, Weinhandel und Weinkonsum. Das Hochwacht-Stipendium soll dabei den Teilaspekt der Dissertation decken, der das Fallbeispiel Esslingen untersucht. Von Seiten der Geschichtsforschung wurden bereits Überblickswerke und regionale Untersuchungen publiziert. Zu unterschiedlichen Aspekten von Weinbau und Weinverarbeitung kamen in den letzten Jahren neue archäologische Quellen hinzu, die bislang noch nicht systematisch ausgearbeitet wurden. Somit gibt es eine sehr gute Ausgangsbasis für eine erstmalige Kontextualisierung der materiellen Hinterlassenschaften des Weinbaus mit den historischen Forschungen zum Weinbau in Baden-Württemberg.
Ausbildung
Berufserfahrung und Weiterbildung (Auswahl)
| 07.2024–08.2024 | Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Grabungspraktikum: Alte Basilika Unterregenbach |
| 02.2023–03.2023 | Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Praktikum im Archäobotaniklabor, Hemmenhofen |
| 10.2021–02.2024 | Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Studentische Hilfskraft |
| 06.2020–03.2023 | Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Verschiedene Forschungsgrabungen |
Kontakt
Stadt Esslingen am Neckar

