Theodor-Haecker-Preis

Internationaler Menschenrechtspreis für politischen Mut und Aufrichtigkeit​

Stark machen für die Menschenrechte: Der Theodor-Haecker-Preis gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen, die die Stadt Esslingen am Neckar zu vergeben hat.

Preisträgerin 2020

Portrait Rugiatu "Neneh" Turay © Terres des Femmes

Der Theodor-Haecker-Preis geht in diesem Jahr an Rugiatu „Neneh“ Turay aus Sierra Leone, eine führende Persönlichkeit im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM).

Rugiatu „Neneh“ Turay

Rugiatu Turay weiß, wovon sie spricht, wenn sie sagt, dass Mädchen und Frauen ihr Leben lang unter den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) leiden. Sie wurde selbst im Alter von 12 Jahren  beschnitten und wäre fast verblutet. Erst nach einer Woche konnte sie wieder gehen. Zur selben Zeit wurde ihre Cousine beschnitten – und starb. Angetrieben durch ihre persönliche Erfahrung wurde die junge Frau zur Aktivistin gegen Genitalverstümmelung und engagiert sich gegen diese schädliche Tradition. Als sie ihre Arbeit aufnahm und 2003 den Verein AIM (Amazonian Initiative Movement) gründete, brach sie ein absolutes Tabu in Sierra Leone: Die öffentliche Thematisierung und Kritisierung von Genitalverstümmelung.

Rugiatu Turay wurde daraufhin mehrfach bedroht, bekam sogar Morddrohungen. Ans Aufhören hat sie jedoch nie gedacht. „Ich bin entschlossen, meinen Kampf fortzusetzen“, so Turay. Als politische Aktivistin trifft sie sich mit Geistlichen, Politiker:innen und Beschneider:innen, um über die Stellung der Frau, deren Rechte und die Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung zu diskutieren. Sie kümmert sich um die Betroffenen und bietet jungen Frauen Zuflucht, die vor der drohenden Beschneidung oder einer Zwangsehe fliehen mussten. Sie spricht mit Schüler:innen über Menschen- und Kinderrechte, klärt auf und bildet junge Erwachsene zu Jugendbotschafter:innen aus. Inzwischen stellen sich die ersten Erfolge ein und in einigen Communities wurden die Beschneidungsriten eingestellt. Doch Rugiatu Turay ist noch lange nicht zufrieden: „Eines Tages möchte ich mit dem Wissen aufwachen, dass Mädchen keine Angst mehr vor weiblicher Genitalverstümmelung haben müssen. Ich möchte sehen, wie junge Männer unbeschnittene Frauen heiraten, Eltern die Entscheidungen ihrer Kinder respektieren und die Regierung denen Schutz gewährt, die ihn benötigen. Ich möchte sehen, wie Frauen in Sierra Leone Führungspositionen übernehmen. Dafür kämpfe ich.“ Rugiatu Turay kämpft weiter, wenn nötig – wie sie sagt: „Till my last drop of blood.“

[Quelle: Kirschner, Veronika: „Selbstermächtigung durch Bildung – Mädchenrechte stärken gegen Beschneidung in Sierra Leone“ in: TERRE DES FEMMES, Menschenrechte für die Frau e. V. (Hg.): Schnitt in die Seele. Weibliche Genitalverstümmelung – Eine fundamentale Menschenrechtsverletzung, Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main, 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage 2015, S. 151 – 153]

Die Situation in Sierra Leone

In dem kleinen westafrikanischen Land Sierra Leone leben rund 5,5 Millionen Menschen. Viele sind in geschlechtergetrennten Geheimgesellschaften organisiert, die einen großen Einfluss auf das politische und gesellschaftliche Leben haben. Um in den Geheimbund der Frauen, der Bundo genannt wird, aufgenommen zu werden, muss sich die junge Frau zuvor der rituellen Beschneidung unterziehen.
Noch immer ist die Mitgliedschaft im Bundo eine Voraussetzung für die Verheiratbarkeit einer Frau und bedeutet ihre soziale Absicherung. In Sierra Leone sind 90 % der Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen. FGM kann zu gesundheitlichen Komplikationen, Infektionen und sogar zum Tod führen. Betroffene Mädchen und Frauen leiden oft ein Leben lang unter schmerzhaften Folgen. FGM wird heute weltweit als Verletzung fundamentaler Menschenrechte von Frauen und Mädchen eingestuft, dennoch ist die weibliche Genitalverstümmelung in Sierra Leone noch immer legal.

[Quelle: Internationaler Verband für Familienplanung zur Lage von Frauen in Afrika, 2018]

Zahlen und Fakten

Weibliche Genitalverstümmelung (engl. FGM – female genital mutilation) ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und ein irreparabler Einschnitt in die körperliche und psychische Gesundheit von Mädchen und Frauen. 
FGM kommt in mindestens 92 Ländern vor und wird meist als private oder kulturelle Praktik verstanden. Obwohl FGM mittlerweile international als schwere Menschenrechtsverletzung, als Form von Gewalt gegen Frauen und Mädchen und als Manifestation der Ungleichheit der Geschlechter anerkannt ist, ist es in etlichen Ländern nach wie vor tabu, über FGM zu sprechen. In nur 51 der 92 Länder (55 %) gibt es spezifische Gesetze gegen diese Praktik, so dass Millionen von Menschen keinen ausreichen-den rechtlichen Schutz erhalten.

Weibliche Genitalverstümmelung gibt es auch in Deutschland!
Wie viele Mädchen und Frauen in Deutschland davon betroffen oder bedroht sind, stellt die jährliche TERRE DES FEMMES-Dunkelzifferstatistik nach Herkunftsland dar. In Deutschland grenzt die Zahl der von FGM bedrohten und betroffenen Frauen und Mädchen aktuell an die 100.000. Diese Zahl wächst seit Jahren stetig:  Im Jahr 2020 sind 74.899 Frauen beschnitten. 20.182 Mädchen laufen aktuell Gefahr, dem Eingriff unterzogen zu werden. Damit hat sich die Zahl der betroffenen Frauen mehr als verdoppelt (2015: 35.715 Fälle) und die Zahl der bedrohten Mädchen seit 2015 sogar mehr als verdreifacht (2015: 5.956 Fälle).
Auch mit Blick auf die Herkunftsländer der durch FGM Betroffenen hat sich das Bild verändert: 2015 waren deutschlandweit die meisten Mädchen ägyptischer Herkunft von FGM bedroht und die meisten Frauen indonesischer Herkunft von FGM betroffen. 2020 liefen vor allem Mädchen somalischer Herkunft Gefahr, FGM ausgesetzt zu sein. Die meisten im Jahr 2020 von FGM betroffenen Frauen waren eritreischer Herkunft.

[Quelle: www.frauenrechte.de, 2020]

Ehrengabe 2020

Logo Internationale Wochen gegen Rassismus © KOMMA

Die Theodor-Haecker-Ehrengabe geht 2020 an die Esslinger Institution KOMMA – Jugend und Kultur für das Engagement und die Einführung der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Esslingen.

Internationale Wochen gegen Rassismus

2019 hat das KOMMA dieses Format – eine bundesweite Initiative der Stiftung gegen Rassismus – zum ersten Mal nach Esslingen am Neckar gebracht und setzte damit ein klares Zeichen gegen Menschenverachtung und für Toleranz. 2020 werden die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Esslingen erneut durchgeführt: Da zahlreiche der geplanten Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie nicht im Frühjahr stattfinden konnten, werden sie nun im Vorfeld der Theodor-Haecker-Preisverleihung wieder aufgegriffen.

Mit den Internationalen Wochen gegen Rassismus möchten die Veranstalter:innen gemeinsam mit Ihnen die offene, solidarische und plurale Gesellschaft feiern. Die Veranstaltungen rund um Kultur, Information, Diskussionen und Bewegung bieten vielfältige Anlässe, sich intensiv mit gesellschaftlicher Vielfalt und Demokratie auseinander zu setzen. Mit Podiumsdiskussionen, Konzerten, Vorträgen, Filmvorführungen und vielen weiteren Formaten werden Interessierte vernetzt und das umfassende Wirkungsgebiet des KOMMAs in Esslingen – von Jugendarbeit zu politischer Bildung zu Kultur – widergespiegelt. Das Programm beweist das besondere Gespür der Initiator:innen für die Situation: Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zeigen sich auch in Esslingen. Tag für Tag werden Menschen in unserer Gesellschaft wegen ihrer Herkunft, ihres Aussehens oder ihrer  Überzeugung ausgegrenzt. Unter anderem Reaktionen wie Vandalismus an Plakaten zu der Aktion machen deutlich, dass Projekte und Bildungsprogramme wie die Internationalen Wochen gegen Rassismus wichtig sind.

dunkelhäutiges Mädchen in schwarz-weißem Kleid. Auf Höhe der Taille geht ein Riss durchs Bild.

Programm 2020

In diesem Jahr werden erstmals die beiden Themen der Preisverleihung und der Ehrengabe miteinander verknüpft und als Gesamtkonzept in Form einer Veranstaltungsreihe gestaltet.

Veranstaltungsreihe vom 6. bis 25. Oktober 2020

Insgesamt setzen sich 17 Veranstaltungen im Zeitraum vom 6. bis 25. Oktober 2020 mit den Themen Menschenrechte, Frauen- und Mädchenrechte, Rassismus, Diskriminierung, Antifeminismus und Gleichstellungspolitik auf unterschiedlichen Ebenen auseinander.

Theodor Haecker

Theodor Haecker

"Die Menschen sind rar geworden, die an einem Wort erforschen, wieviel Wahrheit in ihm ist. Die meisten Menschen interessiert nur, wieviel Wirkung in ihm ist."
(Theodor Haecker, 1879-1945)

Wer war Theodor Haecker?

Der Philosoph, Kulturkritiker und Schriftsteller, geboren am 4. Juni 1879 in Eberbach/ Württemberg, lebte viele Jahre in Esslingen und gilt als Mentor von Hans und Sophie Scholl.

„Euer Ruhm ist ohne Glanz. Er leuchtet nicht. Man spricht von euch, weil ihr die besten Maschinen habt - und seid. In diesem Staunen der Welt ist kein Funke von Liebe. Und nur Liebe gibt Glanz. Ihr haltet euch für auserwählt, weil ihr die besten Maschinen, Kriegsmaschinen baut und sie am besten bedient.“
(Theodor Haecker: An die Deutschen. 1941)

Haecker stritt leidenschaftlich gegen den Nationalsozialismus und bekam deshalb 1935 Redeverbot sowie 1938 Druckverbot. In dieser Zeit entstand sein wichtigstes Werk, die Tagebuchaufzeichnungen "Tag- und Nachtbücher". Diese Tagebuchnotizen zählen zu den beeindruckendsten Reflexionen über den Faschismus. Sie sind das Dokument eines Intellektuellen im inneren Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Dem christlich motivierten Widerstand gegen das Hitler-Regime galten Haeckers Ausführungen als wichtige Grundlage. Haecker, geboren am 4. Juni 1879 in Eberbach/ Württemberg, starb am 9. April 1945 in Ustersbach.

Ein Mentor der Weißen Rose

Haecker hatte Bindungen an den Kreis um die Geschwister Scholl. In den Flugblättern der Weißen Rose veröffentliche er mehrfach Auszüge seiner "Tag- und Nachtbücher".

Von Sophie Scholl ist eine eindrucksvolle Schilderung der persönlichen Ausstrahlung Haeckers überliefert:

„Seine Worte fallen langsam wie Tropfen, die man schon vorher sich ansammeln sieht, und die in diese Erwartung hinein mit ganz besonderem Gewicht fallen. Er hat ein sehr stilles Gesicht, einen Blick, als sähe er nach innen. Es hat mich noch niemand so mit seinem Antlitz überzeugt wie er.“
(Sophie Scholl an Fritz Hartnagel, 7. Februar 1943)

Der Preis

Zum Andenken an Theodor Haecker und in Erinnerung an eine leidvolle Vergangenheit und eine schwierige Gegenwart vergibt die Stadt Esslingen am Neckar den "Theodor-Haecker-Preis für politischen Mut und Aufrichtigkeit – Internationaler Menschenrechtspreis der Stadt Esslingen am Neckar".

  • Der Preis wird im Turnus von drei Jahren verliehen. Dadurch finden die drei regelmäßigen Großprojekte im Kulturbereich "Good Space", "Stadt im Fluss" und die Verleihung des Theodor-Haecker-Preises zeitlich sinnvoll verteilt, nämlich jeweils alle drei Jahre, statt.
  • Eine Eigenbewerbung ist nicht vorgesehen. Der Preis wird durch Entscheidung des Kulturausschusses zuerkannt aufgrund von Vorschlägen, die aus der Esslinger Bürgerschaft, dem Gemeinderat oder der Verwaltung eingebracht werden.
  • Der Theodor-Haecker-Preis wird an eine Person oder Gruppe des öffentlichen Lebens vergeben, die sich in herausragender Weise um Menschenrechte, Demokratie, Freiheit, Frieden und Menschlichkeit bemüht hat und deren Werk der Tradition Haeckers würdig erscheint.
  • Zusätzlich zum Preis kann eine Person oder Gruppe mit einer Theodor-Haecker-Ehrengabe ausgezeichnet werden. Die Entscheidung, ob und in welcher Form eine Ehrengabe vergeben wird, fällt der Kulturausschuss im Jahre der Preisvergabe. Empfänger der Ehrengabe können insbesondere sein:
     
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      • Jugendliche, die das Thema "Radikalismus und Gewalt" in besonders auffallender Weise behandelt haben. Die Ehrengabe kann auch an Schulklassen oder Jugendgruppen vergeben werden.
      • Journalist:innen, die sich mit engagierten Beiträgen zu den Themen "Gewalt", "Frieden" oder "Diktatur" ausgezeichnet haben.
      • Wissenschaftler:innen, die Arbeiten zum Leben und Werk Theodor Haeckers in einer auffallenden Weise bearbeitet oder veröffentlicht haben.
      • Künstler:innen, die sich in einer besonderen Weise mit den Themen "Gewalt", "Frieden" oder "Diktatur" auseinandergesetzt haben.
  • Die Verleihung des Preises kann ausgesetzt werden, wenn für den Preis würdig erscheinende und diesen Grundsätzen entsprechende Vorschläge zur Beurteilung nicht vorliegen. Ein Rechtsanspruch auf die Verleihung besteht nicht.
  • Der Theodor-Haecker-Preis wird mit einer Geldsumme von 10.000 Euro dotiert.
  • Die Preisträger:innen werden in einer Feierstunde in Esslingen durch die Stadt Esslingen am Neckar geehrt. Als äußeres Zeichen der Verleihung wird ihnen eine Urkunde überreicht. Die Stadt Esslingen am Neckar übernimmt die Anfahrt- und Aufenthaltskosten zur Vergabe des Preises.

Vergaberichtlinien zum Download

Typ Name Datum Größe
pdf Richtlinien Haecker-Preis Stand 2012.pdf 14.03.2013 18 KB

Die bisherigen Preisträger:innen

1995 wurde der Theodor-Haecker-Preis erstmals, dann zunächst alle zwei Jahre vergeben. Seit 2017 wird er alle drei Jahre Persönlichkeiten oder Gruppen zuerkannt, die sich in herausragender Weise um Menschenrechte, Frieden und Demokratie verdient gemacht haben.

2017 - Urmila Chaudhary, Nepal

Urmila Chaudhary

Urmila Chaudhary aus Nepal erhält den Theodor-Haecker-Preis für politischen Mut und Aufrichtigkeit – Internationaler Menschenrechtspreis der Stadt Esslingen am Neckar 2017 für ihr Engagement und ihren Einsatz für die Befreiung, Rechte und Bildung von versklavten Mädchen in Nepal ausgezeichnet.

Mit der Zuerkennung des Preises wird auch Urmila Chaudharys Arbeit für die Organisation Freed Kamlari Development Forum gewürdigt. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen befreit sie zum Teil unter persönlichem Risiko Kindersklavinnen und gibt ihnen die Chance auf eine Schul- und Ausbildung. Durch ihre Förderung und Unterstützung erhalten die Mädchen die Möglichkeit, ein eigenes, selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Das Kamalari-System ist eine Tradition im Westen Nepals, nach der arme Familien ihre Töchter als Dienstmädchen an reiche Familien verkaufen. Die Rechte der Kinder werden dabei erheblich verletzt: Schon im Kindesalter müssen die Mädchen schwere körperliche Arbeiten verrichten und haben zumeist keine Chance, eine Schule zu besuchen. Der Verkauf der Mädchen geht zudem mit einer hohen Gefährdung für sexuellen Missbrauch einher.

Urmila Chaudhary, geboren 1989, lebte selbst 12 Jahre als Kindersklavin. Nach ihrer Befreiung schloss sich Urmila Chaudhary sofort den zunächst noch wenigen Gegnerinnen des Kamalari-Systems an und war maßgeblich an der Gründung einer Kamalari-Befreiungsorganisation beteiligt, deren Präsidentin sie zeitweise war. Neben ihrem Engagement für die Kamalari besucht sie die Schule.

Typ Name Datum Größe
pdf Rede OB Dr. Jürgen Zieger - Haeckerpreis 2017.pdf 03.07.2017 72 KB

2015 - Laisa Santos Sampaio, Brasilien

Laisa Santos Sampaio

Laisa Santos Sampaio erhält die Auszeichnung für ihr Engagement zur Verteidigung des Wald-Ökosystems im Amazonasgebiet als Lebensgrundlage der dort ansässigen Menschen

Dabei setzt sie sich auch unter dem dem Risiko der persönlichen Gefährdung gegen den illegalen Holzeinschlag in ihrer Region und die Straffreiheit der dafür Verantwortlichen und daran Beteiligten ein.

Broschüre zur Preisverleihung (1013 KB)
U.a. mit der Laudatio von Michael Stocks und der Rede der Preisträgerin Laísa Santos Sampaio.

Ehrengabe

Esslinger Gruppe Soroptimist International Deutschland
Das Leitmotiv der Soroptimisten weltweit ist Bewusstmachen, Bekennen, Bewegen. In ihrem Netzwerk setzen sie sich für ethische Grundsätze und Menschenrechte - insbesondere von Frauen und Mädchen - ein.

2013 - Leyla Yunus, Azerbaijan

Leyla Yunus

Leyla Yunus erhält den Preis für ihr Engagement gegen Korruption und Willkürherrschaft, ihren mutigen Einsatz für politisch Inhaftierte und gegen Vergehen wider die Menschenrechte sowie für ihre Arbeit als Leiterin des Instituts für Frieden und Demokratie (Institute of Peace and Democracy, IPD), bei der sie auch ihre persönliche Gefährdung riskiert.

Ehrengabe

Dr. Barbara Ellermeier, Historikerin
für ihr Buch „Hans Scholl, Biographie“, das auf der Durchsicht des gesamten Nachlasses von Hans Scholl, Mitglied der „Weißen Rose“, basiert.

2011 - Shiva Nazar Ahari, Iran

Shiva Nazar Ahari

Shiva Nazar Ahari erhielt den Preis für ihr Engagement und ihren Mut, mit dem sie sich für Menschenrechte und das Recht auf freie Meinungsäußerung im Iran einsetzt und dabei auch ihre persönliche Gefährdung riskiert.

Shiva Nazar Ahari konnte wegen des gegen sie gerichteten Urteils nicht persönlich zur Preisverleihung kommen, der Preis wurde stellvertretend von ihrer langjährigen Weggefährtin Parisa Kakaee Lafdani entgegengenommen.

Ehrengabe

Esslinger Jugendensemble „Stage Divers(e)“
für seine zweiteilige Performance „Niemals aus dem Sinn“, die sich mit dem Leben Theodor Haeckers und den Trägern des nach ihm benannten Preises beschäftigt.

2009 - Kitwe Mulunda Guy, Demokratische Republik Kongo

Kitwe Mulunda Guy

Kitwe Mulunda Guy erhielt die Auszeichnun für sein Engagement als Leiter des Therapiezentrums für Folterüberlebende „SAVE Congo“, seine Zusammenarbeit mit der internationalen Kampagne „Gerechtigkeit heilt“ sowie seinen mutigen Einsatz für die Menschenrechte und gegen die systematische Straflosigkeit von Verbrechen wider die Menschlichkeit.

Ehrengabe

Dr. Winfrid Halder
für seine Veröffentlichung „Die Wurzeln des Widerstandes. Theodor Haecker in der politischen Landschaft des frühen 20. Jahrhunderts – eine Spurensuche“.

2007 - Judith Galarza, Mexiko

Judith Galarza

Judith Galarza erhielt die Auszeichnung für ihr mutiges Eintreten um die Aufklärung von Morden an Frauen in Ciudad Juárez , ihren Einsatz für die Rechte der Frauen in Mexiko und die Menschenrechte in Lateinamerika, ihr besonderes Engagement gegen Folter und gegen das gewaltsame oder unfreiwillige Verschwinden von Menschen.

Ehrengabe

Fan-Projekt „Rote Karte gegen Rassismus“ des SV Babelsberg 03
für seine gelungene Arbeit mit Jugendlichen gegen Gewalt, Rassismus und neonazistische Tendenzen.

2005 - Eren Keskin, Türkei

Eren Keskin

Eren Keskin erhielt die Auszeichnung für ihren fortwährenden Einsatz für die Menschenrechte und ihr besonderes Engagement um verfolgte Frauen und gegen Folter sowie eine Lösung im Kurdenkonflikt.

Ehrengabe

Dr. Barbara Schüler
für ihre Arbeit „Geistige Väter der Weißen Rose - Carl Muth und Theodor Haecker als Mentoren der Geschwister Scholl“.

2003 - Laurien Ntezimana, Ruanda

Laurien Ntezimana

Laurien Ntezimana erhielt die Auszeichnung für sein Engagement um den Schutz bedrohter Tutsi beim Völkermord 1994 und seinen fortwährenden Einsatz für Aussöhnung und Verständigung der Volksgruppen in Ruanda mit dem Ziel friedlichen und geeinten Zusammenlebens.

Ehrengabe

Dr. Hildegard Vieregg
für ihre Untersuchung über den Einfluss Theodor Haeckers auf die Studenten der Weißen Rose.

2001 - Dr. Vesna Pesic, Serbien

Dr. Vesna Pesic

Dr. Vesna Pesic erhielt die Auszeichnung für ihr Engagement gegen den extremistischen Nationalismus von Slobodan Milosevic und gegen die Kriege in Kroatien und Bosnien sowie ihr politisches Eintreten, um Serbien vor einem inneren Konflikt zu bewahren.

Ehrengabe

Sarah Stocker
für ihre ergreifende Erzählung „Ich verreise“ über die Deportation eines jüdischen Mädchens in ein Konzentrationslager.

2000 - Dr. Viktor I. Gontschar, Weissrussland

Sinaida Gontschar bei der Preisverleihung

Victor Gontschar erhielt die Auszeichnung für sein mutiges Eintreten für demokratische Reformen in Weissrussland.
 
Dr. Viktor Gontschar ist seit September 1999 verschwunden. Der außerordentlich verliehene Preis wurde stellvertretend von seiner Frau Sinaida Gontschar entgegengenommen.

Es wurde keine Ehrengabe vergeben.

1999 - Salima Ghezali, Algerien

Salima Ghezali

Salima Ghezali erhielt die Auszeichnung für ihr mutiges Eintreten um Verständnis zwischen den Konfliktparteien im algerischen Bürgerkrieg.

Ehrengabe

Gerhard Schreiber
für sein Engagement um das Werk Theodor Haeckers.

1997 - Prof. Jehan as-Sadat, Ägypten

Prof. Jehan as-Sadat

Prof. Jehan as-Sadat erhielt die Auszeichnung für ihr Engagement um den Frieden im Nahen Osten und die Rechte der Frauen im Islam.

Ehrengabe

Thomas Ruf
(posthum) für seine Verdienste um Arbeiten zum Leben und Werk von Theodor Haecker

1995 - Sergej A. Kowaljow, Russland

Sergey A. Kowaljow

Sergey A. Kowaljow erhilet die Auszeichnung für sein Engagement um Demokratie und Frieden in Russland und sein mutiges Eintreten für die Menschenrechte.

Ehrengabe

Prälat Professor Bernhard Hanssler
Professor Hinrich Siefken

für besondere Verdienste um Arbeiten zum Leben und Werk von Theodor Haecker


Info

Kontakt

Kulturamt
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Rathausplatz 3
73728 Esslingen am Neckar
Telefon (07 11) 35 12-26 44

Preisverleihung

Samstag, 24. Oktober 2020
19 Uhr, Neckar Forum
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Download

Programmheft 2020 (1,9 MB)
[nicht barrierefrei]

Ursprung

Der Preis wurde 1995 anlässlich des 50. Todestages des Philosophen, Kulturkritikers und Schriftstellers Theodor Haecker gestiftet.

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